Gemeinsamer Appell zur Stärkung der interprofessionellen Zusammenarbeit

Vertreterinnen und Vertreter eben dieser kamen nun in Leipzig zusammen, um über den Ist- und Soll-Zustand zu diskutieren. BIV-OT-Präsident Alf Reuter übernahm persönlich den Part der Orthopädie-Technik. Ihm zur Seite saßen mit Dr. Verena Glöckner, Ressortleiterin „Kunden & Markt“ im BG-Klinikverbund und Prof. Dr. Bernd Kladny, Chefarzt der O&U‑Abteilung an der Fachklinik Herzogenaurach zwei Vertreter der medizinischen Versorgung. Prof Dr. Susanne Saal von der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena ergänzte die Perspektive der Physio- und Ergotherapie und Nicole Baumgart sowie Sven Schicke von der AOK Plus komplettierten die Runde.
Ohne Evidenzen geht es nicht
Dass die BG-Kliniken im Rahmen des SGB VII versorgen können, gibt ihnen im Vergleich zur Regelversorgung besondere Möglichkeiten. Konkret findet hier die interprofessionelle Versorgung „unter einem Dach statt“, oder es bestehen enge Kooperationen mit Unikliniken. Alf Reuter berichtete von der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen seinem OT-Betrieb in Lichtenau und dem Querschnittzentrum der benachbarten Orthopädischen Klinik. Prof. Kladny stellte heraus, wie wichtig sowohl die Zeit am Patienten der einzelnen Professionen als auch die Kommunikation im Rahmen interdisziplinärer Sprechstunden für eine erfolgreiche Versorgung sind. Einigkeit herrschte zwischen Prof. Saal und Nicole Baumgart in dem Punkt, dass Evidenznachweise eines Versorgungspfads und der eingesetzten Mittel Grundlage für ein gemeinschaftliches Vorgehen im Sinne der Patienten sind.
Bündnisse pflegen und ausweiten
Im Dialog der Protagonisten zeigte sich schnell, dass die von Moderator Michael Blatt, Programmleiter beim Verlag OT, eingangs der Veranstaltung skizzierte Positionierung von Leistungserbringern auf der einen und Kostenträgern auf der anderen Seite zu eindimensional gedacht wäre. Alf Reuter hob exemplarisch die produktive Zusammenarbeit mit der AOK in Hessen hervor. Sven Schicke, selbst gelernter OT-Meister, hat lange Jahre im Handwerk verbracht und kann sich dadurch als OT-Fachberater bei der AOK Plus in Sachsen/Thüringen sehr gut in die Rolle der Betriebe hineinversetzen. Prof. Kladny warb in Zeiten von Spezialisierung in den Kliniken für die Stärkung von Bündnissen zwischen der Ärzteschaft und nicht-medizinischen Versorgungspartnern. Als positives Beispiel in diesem Zusammenhang nannte Alf Reuter die Initiative´93 und die auf den Weg gebrachte Partnerschaft des BIV-OT mit der GOTS. Dr. Doris Maier zeigte sich mit dem Verlauf des Austausches auf der OTWorld-Bühne sehr zufrieden, appellierte aber im Sinne einer Nachhaltigkeit daran: „Wir müssen im Gespräch bleiben.“
