Zusammenspiel von Services entscheidet

Die Touren führen gezielt zu ausgewählten Stationen. So wird am Messemittwoch (20. Mai) zum Thema Orthetik unter anderem der Messestand der Firma HKK Bionics besucht. Die OT-Redaktion hat im Vorfeld der OTWorld ein Interview mit Torben Beyer, Vertriebsleiter bei HKK Bionics, geführt:
Beschreiben Sie sich, Ihr Unternehmen und Ihr Produkt jeweils in einem Satz für unsere Leserinnen und Leser.
Torben Beyer: Ich verantworte den Vertrieb innovativer Medizintechniklösungen, die Menschen mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen. HKK Bionics ist ein Medtech-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Vermarktung myoelektrischer Handorthesen spezialisiert hat, um Menschen mit Lähmungen verloren gegangene Greiffunktionen zurückzugeben. Unser Produkt ist eine myoelektrische Handorthese für teil- und vollständig gelähmte Arme und Hände, die vorhandene Muskelimpulse nutzt, um Greifbewegungen wieder zu ermöglichen.
Die OTWorld ist ein Ort der Innovationen und Neuheiten. Wie sieht es bei HKK Bionics aus – können Sie einen kleinen Einblick geben, ob Sie eine Neuheit präsentieren werden?
Bei HKK Bionics steht die kontinuierliche Weiterentwicklung der myoelektrischen Handorthese im Mittelpunkt – wir arbeiten stetig daran, diese noch leistungsfähiger zu machen. Auf der OTWorld präsentieren wir zudem erstmals unser neues Konzept einer vorgefertigten Orthese, mit dem wir Versorgungen deutlich effizienter und zugänglicher gestalten wollen. Ein besonderes Highlight ist außerdem die Vorstellung des „Exomotion Powerpack“: Es ergänzt die Bedieneinheit unserer Produktfamilie, kann separat erworben werden und wird künftig Teil eines modularen Baukastensystems bzw. einer vorgefertigten Orthese sein.
Ihr Unternehmen hat im Dezember 2025 eine weitere Finanzierungsrunde gestartet und rund 1,8 Millionen Euro eingesammelt. Spüren Sie das Vertrauen der Anleger und beflügelt dieses Vertrauen auch das Team, ihr Produkt weiterzuentwickeln?
Definitiv, das Vertrauen unserer Anleger ist für uns ein starkes Signal, dass wir mit unserer Vision und Technologie den richtigen Weg eingeschlagen haben. Gerade dadurch gibt uns diese Finanzierungsrunde nicht nur die notwendigen Mittel, sondern auch zusätzlichen Rückenwind, unser Produkt konsequent weiterzuentwickeln und noch mehr Menschen mit unseren Lösungen zu erreichen.
Nicht nur die berühmte Hardware ist in der heutigen Zeit gefragt, auch Dienstleistungen werden in Zeiten des Fachkräftemangels immer gefragter. Wie sehen Sie das und wo können Sie da ansetzen?
Wir sehen ganz klar, dass innovative Hardware allein heute nicht mehr ausreicht – entscheidend ist das Zusammenspiel mit durchdachten Services. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels setzen wir bei HKK Bionics auf Lösungen, die Versorgungsprozesse deutlich vereinfachen und standardisieren. Ein zentraler Ansatz ist dabei unser Konzept der vorgefertigten Orthese. Diese ermöglicht es Sanitätshäusern, mit deutlich geringerem Ressourcenaufwand zu arbeiten – beispielsweise ohne aufwendige Infrastruktur wie 3D-Scanner oder spezialisierte Werkstätten – und gleichzeitig eine hochwertige Versorgung sicherzustellen. Unser Anspruch ist es, nicht nur ein Produkt zu liefern, sondern ein ganzheitliches System, das den Alltag aller Beteiligten spürbar erleichtert.
In Leipzig trifft sich die gesamte Branche. Wieviel Inspiration kann man aus den Gesprächen vor Ort ziehen und wie wichtig ist es, persönlich als Ansprechpartner dort zu sein?
Die OTWorld ist für uns eine der wichtigsten Plattformen für den direkten Austausch innerhalb der Branche – insbesondere mit Orthopädietechnikern, Sanitätshäusern und Fachpersonal. Gerade diese Gespräche liefern uns wertvolle, praxisnahe Impulse und helfen uns, unsere Produkte und Konzepte – wie die vorgefertigte Orthese – noch besser auf die Anforderungen im Versorgungsalltag auszurichten. Gleichzeitig ist es uns sehr wichtig, persönlich vor Ort zu sein, um Beziehungen zu pflegen, Vertrauen aufzubauen und als direkter Ansprechpartner greifbar zu sein.
Die Fragen stellte Heiko Cordes.
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