Vor­freu­de auf das ­per­sön­li­che Treffen

Wenn sich ab 19. Mai die Tore der Leipziger Messe öffnen, dann präsentieren Hersteller aus dem In- und Ausland den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern der OTWorld wieder ihre Neuigkeiten, Dienstleistungen und Weiterentwicklungen. Als Orientierungshilfe bietet der Verlag Ortho­pädie-Technik den Besuchern ­erst­malig Rundgänge an, und zwar zu den Themen Additive Fertigung, Orthetik und Prothetik.

Die Tou­ren füh­ren gezielt zu aus­ge­wähl­ten Sta­tio­nen. So wird am Mes­se­mitt­woch (20. Mai) zum The­ma Pro­the­tik unter ande­rem der Mes­se­stand der Fir­ma Össur besucht. Bei der OTWorld wird der islän­di­sche Hilfs­mit­tel­her­stel­ler zei­gen, wie sei­ne Mobi­li­täts­lö­sun­gen Men­schen hel­fen. Die OT-Redak­ti­on hat vor­ab mit Dr. Axel Schulz, Prä­si­dent Össur Euro­pa, gesprochen:

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Die OTWorld ist die Herz­kam­mer des Fachs. Auf wel­che Ver­sor­gungs­be­rei­che wird Össur 2026 einen beson­de­ren Fokus legen?

Dr. Axel Schulz: 2026 sind wir erst­mals gemein­sam mit den Teams von Strei­fen­e­der, Fior & Gentz und Össur ver­tre­ten. Ent­spre­chend rich­ten wir unse­ren Blick auf die Port­fo­li­os aller Mar­ken. Dabei geht es uns jedoch weni­ger dar­um, ein­zel­ne Pro­duk­te in den Mit­tel­punkt zu stel­len, son­dern viel­mehr ganz­heit­li­che Lösun­gen zu prä­sen­tie­ren. Unser Ziel ist es, den Arbeits­all­tag unse­rer Part­ner im Bereich O&P zu ver­ein­fa­chen und gleich­zei­tig noch bes­se­re Ver­sor­gungs­lö­sun­gen für Anwen­der zu ermöglichen.

Kön­nen Sie einen klei­nen Vor­ge­schmack geben, was die Besu­cher auf Ihrem Stand erwartet?

In ers­ter Linie freu­en wir uns dar­auf, unse­re Part­ner aus der Sani­täts­haus­bran­che per­sön­lich zu tref­fen. Auf dem Össur-Stand set­zen wir in der Orthe­tik ins­be­son­de­re auf Inno­va­tio­nen in unse­rem Unloa­der-Port­fo­lio. Dar­über hin­aus prä­sen­tie­ren wir erst­mals die höchst inno­va­ti­ven, bio­lo­gisch abbau­ba­ren Lösun­gen von Das­siet, einem Unter­neh­men, des­sen Pro­duk­te wir Ende letz­ten Jah­res über­nom­men haben, unse­ren Part­ner im Bereich O&P. Beson­ders stolz sind wir auf eine neue Pro­dukt­ent­wick­lung im Wal­ker-Seg­ment, die unser Ziel, CO₂-Emis­sio­nen zu redu­zie­ren, maß­geb­lich vor­an­bringt. Im Bereich der Pro­the­tik zei­gen wir Lösun­gen für die obe­re und unte­re Extre­mi­tät – sowohl auf kon­zep­tio­nel­ler Ebe­ne als auch auf Pro­dukt­ebe­ne. Unse­re Ver­sor­gungs­kon­zep­te set­zen unmit­tel­bar nach der Ampu­ta­ti­on an, füh­ren über unser inno­va­ti­ves Aero­fit-Sys­tem – bestehend aus atmungs­ak­ti­ven Linern und ven­ti­lier­ten Indi­vi­du­al-Schäf­ten – und rei­chen bis zu Lösun­gen für Anwen­der der obe­ren Extre­mi­tät. Dabei steht auch in der Pro­the­tik der obe­ren Extre­mi­tät nicht nur das ein­zel­ne Pro­dukt im Vor­der­grund, son­dern der nach­weis­ba­re, struk­tu­riert doku­men­tier­te Nut­zen für Pati­en­ten im Alltag.

Rund­gän­ge auf der OTWorld
Inter­es­sier­te kön­nen sich direkt für die Inno­va­ti­on Walks anmel­den. Wer „die OT“ abon­niert hat, darf sich freu­en, denn für Abon­nen­ten ist die Teil­nah­me kos­ten­frei. Wer das Fach­ma­ga­zin noch nicht im Dau­er­be­zug hat, zahlt pro Inno­va­ti­on Walk 89 Euro. 

 

Ein The­ma auf der OTWorld ist die Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung und Reha­bi­li­ta­ti­on im Kri­sen­fall. Össur enga­giert sich in der Ukrai­ne. Was tun Sie dort und warum?

Das ist eine gute Fra­ge. Mit Beginn des Krie­ges haben wir ent­schie­den, den Ver­trieb unse­rer Lösun­gen in Russ­land ein­zu­stel­len – und ste­hen auch heu­te wei­ter­hin klar zu die­ser Ent­schei­dung. Gleich­zei­tig haben wir unser Enga­ge­ment für die Ukrai­ne kon­se­quent auf- und aus­ge­baut und gemein­sam mit zahl­rei­chen natio­na­len und inter­na­tio­na­len Part­nern schnell kon­kre­te Unter­stüt­zungs­maß­nah­men umge­setzt. Um die Ver­sor­gung der vom Krieg betrof­fe­nen Zivi­lis­ten und Sol­da­ten sicher­zu­stel­len, haben wir Schu­lungs­maß­nah­men zunächst außer­halb der Ukrai­ne und dann auch in der Ukrai­ne durch­ge­führt. Wir als Össur Deutsch­land haben selbst erfolg­reich einen inter­dis­zi­pli­nä­ren Ampu­ta­ti­ons- und Ver­sor­gungs­work­shop in der Pro­the­tik durch­ge­führt, vie­le Abtei­lun­gen und Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen unse­res Unter­neh­mens sind nach wie vor an der Unter­stüt­zung in der Ukrai­ne betei­ligt. Par­al­lel bau­en wir unse­re Infra­struk­tur und Prä­senz in der Ukrai­ne wei­ter aus, um Sup­port und Ser­vice nach­hal­tig zu ver­bes­sern. Gleich­zei­tig ste­hen wir vor vie­len Her­aus­for­de­run­gen, ins­be­son­de­re im Bereich der Logis­tik für unse­re Part­ner in den ver­sor­gen­den Betrie­ben. Der wich­tigs­te Punkt ist mei­ner Mei­nung nach die Unter­stüt­zung des Fach­han­dels durch Schu­lun­gen und not­wen­di­ge Unter­stüt­zungs­maß­nah­men, um eine gute Ver­sor­gung der Kriegs­be­trof­fe­nen – hier mei­ne ich Zivi­lis­ten und Sol­da­ten – zu gewährleisten.

Die Fra­gen stell­te Hei­ko Cordes.

 

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