„Der TTO hat sich seit seiner ersten Veranstaltung zu einer festen Größe im Rahmen des VSOU-Kongresses etabliert“, erklärte Prof. Frank Braatz, Vorsitzender der VTO. Und weiter betonte er: „Die lebhaften Diskussionen in den Veranstaltungsräumen haben gezeigt: Wir sind mit unseren Themen nah an der Praxis und bieten allen Beteiligten in der Technischen Orthopädie konkrete Mehrwerte für ihren Berufsalltag.“
Anfang März fanden die Paralympischen Winterspiele in Italien statt und stellten eines der sportlichen Highlights in diesem Jahr dar. Passend und mit großem Aktualitätsbezug nahm die Fellowssitzung der Initiative ’93 das Thema „Winterparalympics und Sportversorgung“ unter der Leitung von Dr. Hartmut Stinus und Maike Truelsen in den Fokus. Christoph Glötzner schilderte die Anforderungen aus Sicht eines Para-Ski-Alpin-Athleten mit Oberschenkelamputation und beschrieb, welche Rolle individuell angepasste Versorgungen im Zusammenspiel mit Training, Saisonvorbereitung sowie dem Umgang mit Belastung und Regeneration spielen. Ergänzt wurde dies durch medizinische Einordnungen von Dr. Maren Goll zum Skifahren mit Querschnittlähmung im Monoski sowie durch die Trainingsperspektive von Justus Wolf.
Unter der Leitung von Dr. Thomas Werner und Matthias Bauche wurde in der Sitzung „Von Daten zu Bewegung – Hilfsmittel bei Diabetes“ die Frage gestellt, wie digitale und datenbasierte Anwendungen die Versorgungsqualität verbessern können. Dabei wurde deutlich, dass strukturierte Prozesse und valide Daten eine zentrale Grundlage für eine qualitativ hochwertige Versorgung darstellen.
Werner stellte den Nutzen eines kontinuierlichen Glukosemonitorings mit CGM-Sensoren im klinischen Alltag heraus. Tino Sprekelmeyer beleuchtete anhand eines Praxisbeispiels, wie ein strukturierter Versorgungsprozess in der Versorgung des diabetischen Fußsyndroms umgesetzt werden kann – von der Definition des Versorgungsziels über die Befunderhebung bis hin zur messtechnisch gestützten Überprüfung und Anpassung des Hilfsmittels. Dabei veranschaulichte er, dass standardisierte und nachvollziehbare Abläufe eine wesentliche Voraussetzung für eine qualitätsgesicherte Versorgung sind. Prof. Frank Braatz und BIV-OT-Präsident Alf Reuter hatten die Leitung der abschließenden Sitzung mit dem Titel: „KI und Hilfsmittel in der digitalen Welt“ inne.
Prof. Dr. Malte Bellmann stellte aktuelle Entwicklungen in der Versorgung der unteren Extremität vor und machte deutlich, dass Digitalisierung, die derzeit insbesondere im Kontext von KI diskutiert wird, in der Technischen Orthopädie schon seit vielen Jahren etabliert ist. Tino Sprekelmeyer beleuchtete in seinem Vortrag „Vom 3D-Scan zur additiven Fertigung – Praxisbeispiel aus der Fußversorgung“, welche Möglichkeiten digitale Fertigungsprozesse bieten und welche Anforderungen dabei an Standardisierung und strukturierte Abläufe gestellt werden, um eine gleichbleibend hohe Versorgungsqualität sicherzustellen.
„Das Motto des diesjährigen VSOU-Kongresses ‚Zeitenwende – Aufbruch in die Zukunft‘ wurde beim TTO aus Sicht der Hilfsmittelversorgung eindrucksvoll unterstrichen“, resümierte Alf Reuter. „Die vorgestellten technologischen Entwicklungen haben dargestellt, wie die Versorgung mit Hilfsmitteln künftig effizienter, strukturierter und zukunftsfest gestaltet werden kann.“
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