„Wir sind in Deutsch­land lei­der nicht vor­ne dabei.“

Der Beginn des „Digitalen Zeitalters“ kann auf das Jahr 2002 datiert werden. In diesem Jahr war es der Menschheit zum ersten Mal möglich, mehr Information digital als analog zu speichern. Die Digitalisierung als Trend zu bezeichnen, wäre zu einfach – und es wäre auch nichtssagend. Da gilt es schon genauer hinzuschauen, die Augen zu öffnen und zu differenzieren. Oliver Leisse gründete vor 10 Jahren in Hamburg das Institut für Trendforschung und innovative Strategien „SEE MORE“. Er will „mehr sehen“: die Chancen, die Risiken, die kleinen und großen (Gegen-)Bewegungen der Veränderung. Er beschäftigt sich mit der (digitalen) Zukunft, um für seine Kunden die entsprechenden Strategien für das Heute abzuleiten. Grund genug für das Team rund um Rainer Volkmer, Leisse zum zweiten Mal als Keynote-Speaker zum Salitaris Gipfeltreffen nach Berlin einzuladen. Kirsten Abel, Leiterin des Verlag OT, sprach im Anschluss an das Gipfeltreffen mit ihm über die Entwicklungen im digitalen Zeitalter.

OT: Herr Leis­se, die Kri­tik am Umgang mit „Big Data“, nicht zuletzt in der Gesund­heits­ver­sor­gung, wächst. Statt der erwar­te­ten Kos­ten­ein­spa­run­gen füh­ren die erfass­ten Daten­men­gen bei der Aus­wer­tung abseits von Goog­le immer wie­der zu rat­lo­sen Gesich­tern. Was ist vom Hype geblieben?

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Oli­ver Leis­se: Ich den­ke, dass sich Big Data zurecht­ru­ckeln muss. Es gibt tat­säch­lich eini­ge bedenk­li­che Ent­wick­lun­gen, die Infor­ma­tio­nen lie­gen natür­lich auch uns vor, wo mit Daten Schind­lu­der getrie­ben wird. Grund­sätz­lich gilt ja: Alles, was schief gehen kann, wird schief gehen. Das haben wir in letz­ter Zeit gese­hen – auch die Gro­ßen wie Sony und Goog­le etc. sind gehackt wor­den. Wir erle­ben, dass wir nicht sicher

sind, und wir müs­sen den Umgang mit sen­si­blen Daten erst ein­mal ler­nen. Das wird auch erst­mal eine Zeit dau­ern. Aber der Trend, Daten zu nut­zen und damit eine bes­se­re Welt zu schaf­fen, ist unbe­nom­men. Es gibt eben Anfangs­schwie­rig­kei­ten. Wir sind in Deutsch­land bei der Digi­ta­li­sie­rung lei­der nicht vor­ne dabei.

OT: Das eine ist die Gefahr des Hackens … das ande­re das Zusam­men­füh­ren von Daten von ver­schie­de­nen Platt­for­men und über ver­schie­de­ne Medi­en hin­weg. Die Kran­ken­ak­te kommt ana­log, wird dann hän­disch ein­ge­ge­ben, Bild­da­ten aus einer ande­ren Quel­le pas­sen nicht zum Kli­nik-Sys­tem und müs­sen eben­falls hän­disch hoch­ge­la­den wer­den. Für den Haus­arzt wird der Befund zusam­men­ge­fasst und aus­ge­druckt … Am Ende ver­der­ben vie­le Köche den Brei und Pati­en­ten haben ein Durch­ein­an­der an Daten. Wem nutzt das?

Leis­se: Die Ver­wechs­lung von Pati­en­ten­da­ten gab es in der Ver­gan­gen­heit auch schon. Ich glau­be, es ist eine Fra­ge von Druck auf das Sys­tem. Wenn erst­mal klar ist, wie wich­tig es ist, die Daten zu har­mo­ni­sie­ren, und ich weiß, was ich davon habe, wenn die Daten zusam­men­kom­men, dann wird es schnell gehen. Ich kann nur hof­fen, dass die­se Ein­sicht nicht von außer­halb Deutsch­lands kommt, was anzu­neh­men ist. In Deutsch­land gilt die For­ma­li­tät: Dou­ble-Opt-in – und dann ist alles erlaubt. Es gibt Fir­men, die kön­nen das Häk­chen an der fal­schen Stel­le sehr gut ver­kau­fen. Hier müs­sen ande­re Lösun­gen geschaf­fen wer­den. Der Druck, Daten zu sam­meln und die­se auch sicher und ver­nünf­tig zur Ver­fü­gung zu stel­len, nimmt zu. Wenn ich als Pati­ent weiß, es sind viel, viel bes­se­re Dia­gno­sen mög­lich, wenn alle Daten zusam­men­ge­führt wer­den, dann will ich auch, dass jemand die­se Daten für mich zusam­men­führt. Dafür wird sich dann schnell ein Anbie­ter fin­den; auch sol­che, die dar­aus ein Erlös­mo­dell machen. „OK, ich orga­ni­sie­re das effek­ti­ve Zusam­men­füh­ren von Daten für dich, du musst dich um nichts mehr küm­mern“, dann ist das eine her­vor­ra­gen­de Win-win- Situa­ti­on. Und die wird kommen.

OT: Kom­men wir zu den Ärz­ten. Sie sag­ten vor zwei Jah­ren, dass Ärz­te in Zukunft immer weni­ger zu tun haben wer­den, da tech­ni­sche Inno­va­tio­nen Krank­hei­ten vor dem Aus­bruch ver­hin­dern. Ins­be­son­de­re für Ortho­pä­den nimmt die Arbeit in einer immer älter wer­den­den mul­ti­mor­bi­den Gesell­schaft aller­dings zu. Muss nicht prä­zi­ser von einer Ver­la­ge­rung der Ein­satz­ge­bie­te gespro­chen werden?

Leis­se: Ja, das glau­be ich auch. Aber ich glau­be auch, dass die Arbeit des ein­zel­nen Arz­tes „gechal­len­ged“ wird. Sie wird sich ein­fach von ein­zel­nen ärzt­li­chen Dia­gno­sen zu Daten-ban­ken und Sys­te­men ver­la­gern, die über sehr vie­le Fäl­le ver­fü­gen. Im Lau­fe eines ärzt­li­chen Pra­xis­le­bens behan­delt der ein­zel­ne Arzt eine begrenz­te Anzahl von Fäl­len. Die­sen Erfah­rungs­schatz kön­nen Sys­te­me deut­lich ver­grö­ßern. Aus der Mas­se an Fäl­len – da sind wir wie­der bei Big Data – kann man eine Men­ge ler­nen. Zukünf­ti­ge Apps wer­den dann eine Dia­gno­se erstel­len kön­nen. Die­se Apps muss ich mir evtl. pri­vat kau­fen oder sie wer­den mir evtl. auch von den Kran­ken­kas­sen ange­bo­ten wer­den, und sie wer­den sicher sehr viel prä­zi­ser sein. Und dann wird der Arzt zumin­dest im Dia­gno­se­be­reich wesent­lich weni­ger zu tun haben. Auf die Fra­ge „wel­che Jobs sind lang­fris­tig von den Algo­rith­men bedroht?“, kann ich sagen: Das sind alle, die auf bestimm­te Seg­men­te spe­zia­li­siert sind. Man redet hier z. B. vom Kar­dio­lo­gen, der dann sei­ne bis­he­ri­gen Dia­gnos­tik-Sys­te­me durch schlaue Soft­ware ersetzt. Was man natür­lich nicht erset­zen kann, ist das gan­ze psy­cho­lo­gi­sche Seg­ment: die Kunst des Zuhö­rens und des Mit­neh­mens des Pati­en­ten. Die Kon­zen­tra­ti­on auf die Fach­ge­bie­te hat sich in der Ver­gan­gen­heit immer stär­ker aus­ge­bil­det. Das Resul­tat: Wir haben jetzt immer weni­ger Zeit für die Pati­en­ten. Dem Haus­arzt wur­de nach dem Mot­to „Es gibt ja die Exper­ten, und der Mann kann sich ja nicht mit allem aus­ken­nen“ die Kom­pe­tenz immer wei­ter abge­spro­chen. Aber der Haus­arzt wird in dem Moment, in dem die Exper­ten durch die Sys­te­me geschwächt wer­den, die bes­ser sind als sie, wie­der bedeu­ten­der, denn er kann und muss die Din­ge zusam­men- brin­gen. Es ist sei­ne Exper­ti­se, das gro­ße Gan­ze und damit den gesam­ten Pati­en­ten zu sehen. Das wird ein Com­pu­ter in abseh­ba­rer Zeit nicht schaf­fen. Es gibt das Bei­spiel, dass man zwar den Kar­dio­lo­gen erset­zen kann, aber kei­nen Jäger und Samm­ler, wie wir ihn von frü­her ken­nen. Den Jäger und Samm­ler kann ich nicht auto­ma­ti­sie­ren. Den Haus­arzt der alten Schu­le, der mich ansieht und mir freund­schaft­lich sagt: „Ich weiß, wo dein Pro­blem ist, du hast ein­fach viel zu viel Stress – und des­we­gen reagiert dein Kör­per so, das gehen wir gemein­sam an.“ Die­se ganz­heit­li­che Betreu­ung bekommt wie­der eine neue Bedeu­tung, und das fin­de ich auch gar nicht schlecht. Mir ist viel­mehr die Gerä­te­me­di­zin suspekt. Inzwi­schen wis­sen wir, dass sich 60 Pro­zent der Deut­schen alter­na­ti­ven Heil­me­tho­den öff­nen, obwohl sie in der Pres­se mas­siv unter Feu­er ste­hen, weil es wenig Bele­ge für die Wirk­sam­keit gibt. Aber die­se Wirk­sam­keit ist eben gar nicht auf der ratio­na­len Ebe­ne zu suchen, weil sie auf der emo­tio­na­len Ebe­ne liegt. Die­se emo­tio­na­le Ebe­ne wird ele­men­tar in dem Moment, in dem eine Gesell­schaft in sehr gro­ße Ver­wer­fun­gen kommt, die uns in unse­rer Resi­li­enz echt tref­fen wer­den. Wir müs­sen Nie­der­la­gen hin­neh­men, wir müs­sen uns fra­gen, wie wir in Zukunft mit weni­ger Arbeit aus­kom­men, wie wir unse­re Aus­bil­dung ver­än­dern müs­sen etc. Das sind alles Fra­gen, die uns über­rol­len. Da gibt es so vie­le Pro­ble­me, und es braucht vor allem Men­schen, die uns wirk­lich mit gutem Rat zur Sei­te ste­hen. Und ich wür­de in die­sem Fall nicht zum Fri­seur gehen, son­dern im Zwei­fel zu mei­nem ver­trau­ten guten Arzt, der mir sagen kann, wie er mir hel­fen kann, das Gan­ze gut und gesund zu überstehen.

OT: Auf der OTWorld 2018 wur­de das Ende des Gip­ses zuguns­ten des Scans aus­ge­ru­fen, gleich­zei­tig aber die auch zukünf­ti­ge Not­wen­dig­keit der indi­vi­du­el­len Ver­sor­gung durch den Ortho­pä­die-Tech­ni­ker betont. Fällt der Abge­sang auf das Hand­werk ins Was­ser oder ist er nur vertagt?

Leis­se: Wir wer­den immer eine Ten­denz dazu haben, dass das Hand­werk und die Hand­werks­kunst hoch geschätzt wer­den. Die Ver­ar­bei­tung mit den Hän­den, und damit den Men­schen, der gelernt hat, ein hoch­wer­ti­ges Pro­dukt eigenhän­dig und per­sön­lich zu fer­ti­gen, den bewun­dern wir ja mehr denn je. Aller­dings sind das auch genau die Seg­men­te, die durch Digi­ta­li­sie­rung dra­ma­tisch schrump­fen. Ein Bei­spiel: Natür­lich gibt es noch die Schall­plat­te, die jetzt wie­der als Trend gekom­men ist. Aber was hat sie für einen Anteil? Das Strea­ming hat die Macht über­nom­men. Das Hand­werk wird eine neue Bedeu­tung erhal­ten, aber eben im Premiumbe­reich. Die Mas­sen­fer­ti­gung geht über 3D. – Sie ist noch nicht da, aber es ent­wi­ckelt sich.

OT: Ambi­dex­trous Lea­ders­hip ist ein wei­te­res Stich­wort. Es geht dar­um, dass man als Chef eines Hand­werks­be­trie­bes neben der ste­ti­gen Ver­bes­se­rung und dem Aus­bau sei­nes traditionel­len Kern­ge­schäfts das digi­ta­le und damit dis­rup­ti­ve Geschäfts­modell steu­ern kön­nen muss. Heißt: Ich habe einen „ana­lo­gen Store“ mit der tra­di­tio­nel­len Hand­werks­leis­tung – aber ich bin auch up to date, was die Alter­na­ti­ven digi­ta­ler Verkaufs‑, Bera­­tungs- und Fer­ti­gungs­we­ge betrifft. Ich weiß, was eine Apple-Watch ist, ich ken­ne die rele­van­ten digi­ta­len Hilfs­mit­tel und kann die Vor­tei­le auch beur­tei­len und ent­spre­chend beraten … 

Leis­se: Auf jeden Fall ist die Fusi­on eine Vor­aus­set­zung für die Zukunft. Das ist unbe­nom­men – und da ist man sich welt­weit einig – wir kön­nen das nicht ver­nach­läs­si­gen. Das be­deutet für den tra­di­tio­nel­len Hand­wer­ker: Es wird unter Um­ständen anstren­gen­der. Aber dadurch, dass repe­ti­ti­ve Aufga­ben ent­fal­len, haben wir dafür auch mehr Zeit für den neu­en Blick. Das digi­ta­le Geschäfts­mo­dell sichert, dass Ein­käu­fe schnel­ler gehen, mei­ne Finan­zen und Buch­hal­tung las­sen sich schnel­ler orga­ni­sie­ren und Gesund­heits­ter­mi­ne schnel­ler rea­li­sie­ren. Die­se Pro­zes­se gehen über digi­ta­le Wege schon jetzt viel schnel­ler. Sie kön­nen bei Ama­zon bei­spiels­wei­se wie­der­keh­ren­de Auf­trä­ge plat­zie­ren. Wir ver­brin­gen noch viel zu viel Zeit mit der Pla­nung von Geschäfts­rei­sen und Logis­tik … das wird sich alles wei­ter opti­mie­ren. Das wird uns viel Zeit schen­ken – dem Betrieb und dem Kun­den. Die­se Geschwin­dig­keit muss ich auf­neh­men, um im Mini­mum nicht ste­hen zu bleiben.

OT: Der klas­si­sche Hand­wer­ker ist nun nicht unbe­dingt der „Sel­fie-Typ“ und „Digi­tal Nati­ve“. Aber muss er das in Zukunft wirk­lich wer­den? Kann er nicht bei­des: sich in der digi­ta­len Welt aus­ken­nen und trotz­dem stark „ana­log“ für sei­ne Pati­en­ten da sein? Pati­en­ten­ver­sor­gung ist eine zutiefst indi­vi­du­el­le und per­sön­li­che Sache. Hier sind Empa­thie, Ruhe, Bera­tung und Gewis­sen­haf­tig­keit von Wert. 

Leis­se: Abso­lut. Kein Wider­spruch. Aber wenn er die Digita­lisierung ablehnt, wird der Weg kom­men, wo er sich über­winden muss. Er wird es am Wett­be­werb mer­ken. Sei­ne Kon­kur­renz wird durch die Digi­ta­li­sie­rung ihren Kun­den so vie­le Vor­tei­le bie­ten kön­nen, dass es sehr ver­füh­re­risch sein wird, sich die­ser Hilfs­mit­tel auch zu bedie­nen. Daher muss er sich damit beschäf­ti­gen. Wir in Deutsch­land sind da spe­zi­ell. Das Pro­blem in Deutsch­land ist die Aus­sa­ge, und das bestä­ti­gen vie­le mei­ner Kol­le­gen: „Wir müs­sen uns mit der Digi­ta­li­sie­rung beschäf­ti­gen.“ Das ist der fal­sche Ansatz. Wir müs­sen uns mit der Digi­ta­li­sie­rung beschäf­ti­gen WOLLEN. Denn die Vor­tei­le und Chan­cen sind immens. Solan­ge wir die Digi­ta­li­sie­rung als Zwang erle­ben, wer­den wir das Funda­ment nicht legen. Aus einem so nega­ti­ven Bewusst­sein her­aus kann nichts Gutes ent­wi­ckelt wer­den. Dabei haben wir in Deutsch­land einen gro­ßen Vor­teil gegen­über Sili­con Val­ley: Wir haben das „Made in Germany“.

OT: In wel­chem Maße kann der tech­ni­sche Fort­schritt hel­fen, dem Fach­kräf­te­man­gel in den Gesund­heits­hand­wer­ken nach­hal­tig ent­ge­gen­zu­wir­ken? Wie sehr muss sich Aus­bil­dung und die Arbeits­welt auf das digi­ta­le Zeit­al­ter einstellen?

Leis­se: Fach­kräf­te­man­gel haben wir tat­säch­lich fast über­all. Wie wir damit umge­hen, kommt noch aus unse­rem alten Den­ken. Die Arbeit ist noch so orga­ni­siert, wie wir sie vor 40 bis 50 Jah­ren orga­ni­siert haben, und dann gibt es ein paar Frei­heiten. Grund­sätz­lich arbei­ten wir noch von „Nine-to-five“ mit Über­stun­den, und der Chef ist immer noch der Chef – und dann kann man viel­leicht mal Home­of­fice machen. Als Arbeit­ge­ber müs­sen wir umden­ken. Wir müs­sen viel mehr in das Ver­trau­en und die Ent­wick­lung unse­rer Mit­ar­bei­ter inves­tieren. Noch heu­te den­ken viel zu vie­le: Ich mach doch die Leu­te nicht schlau, damit sie zur Kon­kur­renz gehen. Digi­ta­le Unter­neh­men sehen das genau umge­kehrt! Mit­ar­bei­ter müs­sen prak­ti­sche Erfah­rung sam­meln und Netz­wer­ke auf­bau­en – und das bedeu­tet, dass sie zu Wett­be­wer­bern gehen müs­sen. Ein guter Arbeit­ge­ber beschäf­tigt zukünf­tig Mit­ar­bei­ter, die immer mal wie­der prak­ti­sche Erfah­rung sam­meln – und mit dem Erfah­rungs­schatz gern zurückkehren.

Die Ein­stel­lung zur Fort­bil­dung in ame­ri­ka­ni­schen Un­ternehmen, die heu­te digi­tal füh­rend sind, ist ganz klar an­ders: Da gibt es gro­ße Frei­räu­me für die Wei­ter­ent­wick­lung und die wer­den auch klar mit ent­spre­chen­den Bud­gets hin­terlegt, die Per­so­nal­ent­wick­lung wird pro­ak­tiv unter­stützt. Da müs­sen wir total umden­ken. Wir krie­gen ja auch schon jetzt eine ganz kras­se Rück­mel­dung von der jün­ge­ren Gene­ration, wenn wir beim alten Den­ken ver­har­ren: „Wir wol­len das so nicht wei­ter­ma­chen; da suche ich mir was ande­res; ich ver­die­ne da lie­ber etwas weni­ger; ich brau­che das Auto nicht als Sta­tus­sym­bol und nut­ze lie­ber ein Fahr­rad oder die U‑Bahn. Ich will nicht alles kau­fen – ich will verschiede­ne Din­ge ein­fach effek­tiv nut­zen.“ Neh­men Sie das The­ma „Micro-Living“: Woh­nun­gen wer­den klei­ner; nicht nur, weil sie teu­rer wer­den, son­dern weil auch die Fra­ge auf­kommt, war­um jeder eine eige­ne gro­ße Küche etc. braucht – wo das Essen doch eine gesel­li­ge Ange­le­gen­heit ist, bei der man sich aus­tau­schen kann und ein gemein­schaft­li­ches Erleb­nis haben kann. Gemein­sa­me Nut­zung wird heu­te posi­tiv be­legt. Stich­wort: Co-Working und Co-Living. Das Hand­werk wird sich dar­auf ein­stel­len müs­sen, dass man Fach­kräf­te nur mit Ver­trau­en, Moti­va­ti­on und vie­len Frei­hei­ten gewin­nen kann. Vor allem die Ortho­pä­die-Tech­nik kann bei der Gene­ration Y punk­ten, indem sie ihre gesell­schaft­li­che Rele­vanz und damit das Bedürf­nis, mit der Arbeit etwas Sinn­vol­les zu tun, unterstreicht.

Das Inter­view führ­te Kirs­ten Abel.

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