„Ortho­pä­die-Tech­nik ist facettenreich“

Elias Wohlrab erreicht den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Handwerk – ein Blick auf seinen Wettbewerb, die Herausforderungen und seine Pläne für die Zukunft in der Orthopädie-Technik.

Wenn man sich das berühm­te „Trepp­chen“ bei den Deut­schen Meis­ter­schaf­ten im Hand­werk in der Ortho­pä­die-Tech­nik anschaut, dann wird deut­lich, wie breit das Leis­tungs­spek­trum des Fachs ist. Bun­des­sie­ge­rin Lina Schwei­ker wähl­te den Schwer­punkt Orthe­tik, die Zweit­plat­zier­te Ken­ja Mar­leen Peter­sen zeig­te ihre Arbeits­pro­be im Schwer­punkt Pro­the­tik. Eli­as Wohl­rab, der auf Rang drei kam, such­te sich den Schwer­punkt Reha-Tech­nik aus. Wie der 25-Jäh­­ri­ge erzähl­te, war er aller­dings der Ein­zi­ge ­unter den Lan­des­sie­gern, der sich für die Reha-Tech­nik ent­schied. Wohl­rab arbei­tet bei Ortho­pä­die- und Reha­tech­nik Dres­den und wur­de säch­sischer Lan­des­meis­ter. Die Ehrung dafür erhielt er von Jörg Dittrich, der dies­mal in der Funk­tion des Prä­si­den­ten der Hand­werks­kam­mer Dres­den und nicht als ZDH-Prä­si­dent in Erschei­nung trat.

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Herr Wohl­rab, Sie kom­plet­tie­ren das Trepp­chen der Deut­schen Meis­ter­schaf­ten im Ortho­pä­die­tech­nik-Hand­werk. Beschrei­ben Sie bit­te das Gefühl, als Sie erfah­ren haben, dass Sie unter den Top Drei sind?
Eli­as Wohl­rab: Ich habe mich geehrt gefühlt.

Was haben Ihre Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen zu der guten Plat­zie­rung gesagt?
Es kam viel Lob und Aner­ken­nung von Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen sowie Vor­ge­setz­ten, auch vie­le Fra­gen ähn­lich der Ihren wur­den mir gestellt.

Wel­che Arbeits­pro­be haben Sie im Rah­men des ­Wett­be­werbs angefertigt?
Die Arbeits­pro­be für den Schwer­punkt indi­vi­du­el­le Reha­­bi­li­ta­ti­ons-Tech­nik bestand aus der Her­stel­lung einer Fuß­scha­le aus PETG mit einem Spitz­fuß­aus­gleich ver­nie­tet auf einem Fuß­brett aus Aluminium.

Die bes­ten Ortho­pä­die­tech­ni­ke­rin­nen und Ortho­pä­die­tech­ni­ker Ihres Jahr­gangs haben sich in Dort­mund zum Bun­des­fi­na­le getrof­fen. Wie läuft so ein Fina­le ab?
Der Wett­be­werb fand über zwei Tage statt, wobei wir den ers­ten Tag nut­zen konn­ten, uns mit den gestell­ten Auf­gaben zu beschäf­ti­gen. Dabei wur­den wir auch durch die Werk­stät­ten der Bun­des­fach­schu­le geführt. Danach fand ein Aus­tausch mit den ande­ren Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern sowie den Reprä­sen­tan­ten der Bun­des­fach­schu­le statt. Am zwei­ten Tag begann der eigent­li­che Wett­be­werb. Fünf Stun­den lang konn­ten wir unser gan­zes Kön­nen unter Beweis stel­len. Nach die­sen für uns inten­si­ven Stun­den zogen sich die Prü­fer zur Aus­wer­tung zurück und schaff­ten noch­mal die Mög­lich­keit zum Aus­tausch zwi­schen den Teil­neh­men­den und für eine klei­ne Ver­schnauf­pau­se. Schließ­lich wur­den die Sie­ge­rin­nen und Sie­ger verkündet.

Wie ist das Ver­hält­nis der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­nehmer unter­ein­an­der gewesen?
Es war erstaun­lich, wie kol­le­gi­al mit­ein­an­der umge­gan­gen wur­de. Jeder tat, was er konn­te, um dem ande­ren zu hel­fen, ob mit Wis­sen, Erfah­rung oder einer hel­fen­den Hand.

Gab es Tricks und Knif­fe, die Sie von den ande­ren Teil­neh­men­den mit­neh­men konn­ten für die Arbeit im eige­nen Betrieb?
Lei­der war ich der ein­zi­ge Teil­neh­mer mit dem Schwer­punkt indi­vi­du­el­le Reha­bi­li­ta­ti­ons-Tech­nik, des­halb konn­te ich zu mei­nem Bedau­ern kei­ne neu­en Knif­fe mit in die Hei­mat bringen.

Wür­den Sie wie­der an dem Leis­tungs­wett­be­werb teilnehmen?
Natür­lich. Ich habe den Aus­tausch mit Gleich­ge­sinn­ten sehr genos­sen. Aber es hat mich auch sehr gereizt, mein Kön­nen an dem der ande­ren zu messen.

Haben Sie einen Tipp für die kom­men­den DM-Teilnehmenden?
Zukünf­ti­ge Teil­neh­men­de soll­ten nicht unter­schät­zen, wie schwer es ist, sich in so kur­zer Zeit an eine ande­re Werk­statt anzu­pas­sen. Wenn man nicht weiß, wo wel­ches Werk­zeug liegt oder wel­che Eigen­hei­ten eine Maschi­ne hat, kann ein klei­ner Arbeits­schritt plötz­lich zu einer Her­aus­for­de­rung werden.

Wie sieht Ihre beruf­li­che Zukunft aus – blei­ben Sie der Ortho­pä­die-Tech­nik erhalten?
Ja. Die Ortho­pä­die-Tech­nik ist zu facet­ten­reich, um sie nach so kur­zer Zeit schon wie­der auf­zu­ge­ben. In Zukunft stre­be ich eine Meis­ter­aus­bil­dung an, um mein Kön­nen und Wis­sen zu erwei­tern und noch bes­ser anwen­den zu können.

Die Fra­gen stell­te Hei­ko Cordes.

 

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