Ofa-Tochter Nea International feiert 40-jähriges Bestehen

Vor vier Jahrzehnten wurde im akademischen Krankenhaus Maastricht die Grundlage für Nea International gelegt. Der niederländische Orthesenspezialist wurde von Dr. Cees Rein van den Hoogenband und Prof. Dr. Co Greep gegründet, die in den 1980er-Jahren eine von der erfolgreichen Coumans-Tapebandage abgeleitete Methode entwickelten. Im Gespräch mit der OT-Redaktion berichtet Geschäftsführer Rob Müller über die Entwicklung des Unternehmens und dessen heutige Ausrichtung.
Sänger Udo Jürgens pflegte folgende Lebensweisheit zu zitieren: „Mit 20 hat man Pläne. Mit 30 Träume. Mit 40 Erfahrung. Und die Gelassenheit, das Beste daraus zu machen.“ Welche Erfahrungen hat Nea gemacht, um nach vier Jahrzehnten immer noch erfolgreich in der OT-Branche vertreten zu sein?
Rob Müller: Wie schön, dass Sie Udo Jürgens zitieren. Sein Lied „Heute beginnt der Rest deines Lebens“ passt ebenfalls zu Nea. Jeden Tag bauen wir an der Zukunft von Push. Die Erfahrung lehrt uns, dass Originalität und Qualität entscheidend für unseren Erfolg sind. Designer, Lieferanten, Produktion und Kunden schaffen gemeinsam Innovationen. So hat sich Nea als Hersteller unkonventioneller Orthesen- und Bandagen-Lösungen etabliert.
Können Sie uns einen kurzen Überblick über die wichtigsten Meilensteine von Nea geben?
Die Anfänge liegen in Maastricht. Dort entwickelten Fachärzte des Universitätsklinikums gemeinsam mit dem Bekleidungshersteller Macintosh Textilbandagen für die frühfunktionelle Behandlung von Gelenkverletzungen. Grundlage war die Taping-Technik des Orthopädietechnikers Frans Coumans. 1986 kam die erste Produktlinie „Push Braces“ auf den Markt. Die Produkte wurden gut angenommen, weil sie sich deutlich von den damals üblichen gestrickten Bandagen unterschieden. Auf dieser Basis entstand in vier Jahrzehnten ein breites Sortiment innovativer Produkte, darunter die Knöchelorthese „Push Aequi“, die Daumenorthese „CMC“ sowie die neueren Produkte Fußbandage „FP“ und Handorthese „DPT“.
Das Entwickeln, Produzieren und gemeinsame Weiterdenken mit unseren Kunden erfüllen uns mit Energie und Zufriedenheit. 40 Jahre sind nur eine Momentaufnahme – geprägt vom Vertrauen und der vielfältigen Nutzung unserer Produkte durch Patienten und Sportler in mittlerweile 45 Ländern. Darauf sind wir stolz.

Rob Müller ist seit 1994 Geschäftsführer von Nea International bv. Zuvor leitete er den Aufbau der Produktentwicklung. Müller hat Bewegungswissenschaften an der Universität Maastricht studiert.
2015 wurde das Unternehmen nach einer jahrelangen Vertriebspartnerschaft Teil der Ofa Bamberg GmbH. Wie profitieren beide Seiten von diesem Schritt?
Die Übernahme durch Ofa Bamberg kam für Nea zu einem günstigen Zeitpunkt. Auf dem deutschen Markt arbeiteten wir bereits seit Jahrzehnten zusammen. Die Sortimente aus medizinischen Kompressionsstrümpfen und Orthesen ergänzen sich ideal. Beide Unternehmen profitieren bis heute von bewährten Synergien und arbeiten national wie international Hand in Hand.
Mit Push hat sich Nea zum Experten für Orthesen und Bandagen entwickelt. Bleiben Sie auf diesem Kurs, und wenn ja, welche Projekte möchten Sie als Nächstes vorantreiben?
Nea steuert die gesamte Wertschöpfungskette – von der Idee bis zum fertigen Produkt. Unser Fokus bleibt auf Bandagen und Orthesen. Dabei interessieren uns insbesondere Lösungen, die Patienten, Ärzte und Orthopädietechniker noch besser miteinander verbinden. Ergänzend zum physischen Produkt werden Information und Kommunikation dabei eine zunehmend wichtige Rolle spielen.
Wer Geburtstag hat, der bekommt meist Geschenke. Was wünschen Sie sich für die kommenden 40 Jahre?
Der Erfolg von Push zeigt sich in Patienten, die ihre Bewegungsfreiheit zurückgewinnen. Für die kommenden 40 Jahre wünschen wir uns weltweit viele glückliche Gesichter.
Die Fragen stellte Heiko Cordes.
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