Neue digi­ta­le Orthesenwerkstatt

Seit Anfang April ist die digitale Orthesenwerkstatt „Mecuris Solution Platform“ online, wie das Unternehmen Mecuris Ende März bekannt gab.

Mit Hil­fe der Soft­ware kön­nen nach Fir­men­an­ga­ben Ortho­pä­die­tech­ni­ker in weni­gen Schrit­ten eine indi­vi­du­el­le Orthe­se erstel­len: Im ers­ten Schritt erfolgt der Scan durch den Ortho­pä­die­tech­ni­ker, im zwei­ten wer­den zusam­men mit dem Trä­ger die Far­ben, Desi­gnele­men­te und gege­be­nen­falls die Struk­tu­ren fest­ge­legt. Nach der Daten­über­mitt­lung an den Indus­trie­part­ner wird das Roh­bau­teil der Orthe­se per 3D-Dru­cker gedruckt und an die Werk­statt zum drit­ten Schritt, der fina­len Bear­bei­tung, Fer­tig­stel­lung und Anpas­sung, geschickt.

„Wir bie­ten eine Soft­ware an, die ein redu­zier­tes, aber not­wen­di­ges Werk­zeug dar­stellt, mit der der Ortho­pä­die­tech­ni­ker sei­ne Hilfs­mit­tel bau­en kann“, erklärt Peter Fröh­lings­dorf, Geschäfts­füh­rer der Fir­ma Mecu­ris, eines Anbie­ters digi­ta­ler Schnitt­stel­len zwi­schen Hand­werk und Indus­trie. Aus Sicht von Fröh­lings­dorf besteht der Vor­teil bei der Nut­zung der Soft­ware für die Hand­wer­ker dar­in, dass sie sich nicht selbst durch die Viel­zahl an digi­ta­len Fer­ti­gungs­ver­fah­ren und Werk­stof­fen für den 3D-Druck arbei­ten müss­ten. Denn die digi­ta­le Orthe­sen­werk­statt sei Teil einer auf­ein­an­der abge­stimm­ten digi­ta­len Wert­schöp­fungs­ket­te, die der Ortho­pä­die­tech­ni­ker auto­ma­tisch mit­nut­zen könne.

An der Ent­wick­lung der Soft­ware war auch der Ortho­pä­die­tech­ni­ker-Meis­ter Chris­ti­an Schä­fer vom Unter­neh­men Ortho­tech­nik Rum­mels­berg betei­ligt, der gleich drei Vor­tei­le des Ver­fah­rens auf­zählt: „Für Pati­en­ten ist der berüh­rungs­lo­se Abdruck per Scan ein Vor­teil.“ Außer­dem sei gera­de bei Kin­dern die indi­vi­du­el­le Gestal­tung wich­tig, um die Akzep­tanz zu stei­gern. Zudem erlau­be die digi­ta­le Werk­statt dem Tech­ni­ker, mit den Daten zu „spie­len“ – anders als bei einem Gips­ab­druck kön­ne man immer wie­der zurück zum Ori­gi­nal­da­ten­satz gelangen.

Akzep­tanz ist auch für Anwen­de­rin Deni­se Schind­ler das schla­gen­de Argu­ment: „Es ist wich­tig zu ver­ste­hen, dass man als Mensch mit Ampu­ta­ti­on ein Trau­ma hin­ter sich hat“, erklärt die erfolg­rei­che Para-Rad­sport­le­rin. Scans schaf­fen Distanz – das Maß­neh­men erfolgt berüh­rungs­los, was das Ver­fah­ren für die Pati­en­ten erleich­te­re und mög­li­cher­wei­se uner­wünsch­te Kör­per­kon­tak­te über­flüs­sig mache. Dass Anwen­der nun mehr Ein­fluss auf die Gestal­tung ihrer Orthe­sen und Pro­the­sen neh­men könn­ten, hel­fe ihnen zudem, die Hilfs­mit­tel bes­ser anzu­neh­men. Durch die digi­ta­le Fer­ti­gung mit ihren „Mit­mach­mög­lich­kei­ten“ ent­ste­he ganz viel Akzep­tanz, wie die Sport­le­rin betonte.

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