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Nach­ruf auf Har­ry Hoch­heim (1932–2026)

Die Innung für Orthopädie-Technik Sachsen und Thüringen nimmt im folgenden Nachruf Abschied von Harry Hochheim, der im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Mit Har­ry Hoch­heim ver­liert die Ortho­pä­die-Tech­nik eine prä­gen­de Per­sön­lich­keit, einen enga­gier­ten Berufs­po­li­ti­ker und einen Men­schen, der sein Hand­werk stets in den Dienst ande­rer gestellt hat. Am 22. März 2026 ver­starb er im Alter von 93 Jahren.

Gebo­ren am 28. Juni 1932, wuchs Har­ry Hoch­heim in eine Fami­lie hin­ein, die das ortho­pä­die­tech­ni­sche Hand­werk in Wei­mar ent­schei­dend mit­ge­prägt hat. Sein Vater grün­de­te 1943 die ers­te ortho­pä­di­sche Werk­statt der Stadt – in einer Zeit, die von Ent­beh­run­gen und Zer­stö­rung geprägt war. Dass aus die­sen Anfän­gen ein über Gene­ra­tio­nen tra­gen­des Unter­neh­men ent­ste­hen konn­te, ist auch untrenn­bar mit dem Lebens­werk von Har­ry Hoch­heim verbunden.

Nach sei­ner Aus­bil­dung im elter­li­chen Betrieb und dem Besuch der Bun­des­fach­schu­le für Ortho­pä­die-Tech­nik in Frank­furt am Main leg­te er 1957 sei­ne Meis­ter­prü­fung ab. Schon früh zeig­te sich sei­ne fach­li­che Exzel­lenz: Sei­ne Arbei­ten wur­den als Anschau­ungs­ma­te­ri­al für nach­fol­gen­de Lehr­gän­ge aus­ge­wählt. Die­ses hohe hand­werk­li­che Niveau blieb über Jahr­zehn­te hin­weg Maß­stab sei­nes Wirkens.

In der DDR führ­te Har­ry Hoch­heim den Betrieb als pri­va­tes Hand­werks­un­ter­neh­men unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen. Mate­ri­al­knapp­heit und staat­li­che Zutei­lungs­sys­te­me ver­lang­ten Impro­vi­sa­ti­ons­ver­mö­gen, Durch­hal­te­wil­len und ein star­kes Netz­werk. Gera­de in die­ser Zeit zeig­te sich, was ihn beson­ders aus­zeich­ne­te: Kol­le­gia­li­tät, Hilfs­be­reit­schaft und ein aus­ge­präg­tes Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl – gegen­über den Pati­en­ten eben­so wie gegen­über sei­nen Berufs­kol­le­gen. Der Aus­tausch unter­ein­an­der, das gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zen und das Fin­den prag­ma­ti­scher Lösun­gen waren für ihn geleb­te Praxis.

Sein berufs­po­li­ti­sches Enga­ge­ment war dabei eben­so prä­gend wie sei­ne unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit. Als Vor­stands­vor­sit­zen­der der Ein­kaufs- und Lie­fer­ge­nos­sen­schaft (ELG) des ortho­pä­die­tech­ni­schen Hand­werks für die Bezir­ke Erfurt und Suhl sowie durch sei­ne Mit­ar­beit in Fach­ge­sell­schaf­ten setz­te er sich früh für Fort- und Wei­ter­bil­dung und für die Belan­ge des Berufs­stan­des ein. Nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung gehör­te er zu den Grün­dungs­mit­glie­dern der Lan­des­in­nung für Ortho­pä­die-Tech­nik in Thü­rin­gen, deren Ent­wick­lung er über Jah­re als stell­ver­tre­ten­der Innungs­meis­ter und Vor­stands­mit­glied maß­geb­lich mitgestaltete.

Für Har­ry Hoch­heim stand dabei stets der Mensch im Mit­tel­punkt. Es war sein Anspruch, mit sei­ner Arbeit Zuver­sicht zu geben und kon­kre­te Hil­fe zu leis­ten. Die­ser Gedan­ke präg­te sein gesam­tes Berufs­le­ben – von der Ver­sor­gung Kriegs­ver­letz­ter in den frü­hen Jah­ren bis hin zur Beglei­tung moder­ner Ver­sor­gungs­for­men im spä­te­ren Verlauf.

Gemein­sam mit sei­ner Ehe­frau Gise­la und sei­nen Kin­dern führ­te er das Fami­li­en­un­ter­neh­men über Jahr­zehn­te hin­weg und ent­wi­ckel­te es kon­ti­nu­ier­lich wei­ter. Aus einer Werk­statt wur­de ein moder­ner, breit auf­ge­stell­ter Gesund­heits­dienst­leis­ter, der heu­te in vier­ter Gene­ra­ti­on tätig ist. Die­se Ent­wick­lung steht sinn­bild­lich für das, was Har­ry Hoch­heim wich­tig war: die Ver­bin­dung von hand­werk­li­cher Tra­di­ti­on mit Offen­heit für Neues.

Bis ins hohe Alter blieb er dem Betrieb ver­bun­den. Sein Inter­es­se, sei­ne Erfah­rung und sei­ne Hal­tung haben das Unter­neh­men und vie­le Weg­be­glei­ter nach­hal­tig geprägt.

Mit Har­ry Hoch­heim ver­liert die Bran­che einen Kol­le­gen, der den Zusam­men­halt gelebt und Ver­ant­wor­tung über­nom­men hat und damit für vie­le ein Vor­bild war.

Sein Andenken wird blei­ben – in sei­ner Fami­lie, in sei­nem Unter­neh­men und im Fach der Orthopädie-Technik.

Innung für Ortho­pä­die-Tech­nik Sach­sen und Thüringen

 

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