Jah­res­kon­gress Tech­ni­sche Ortho­pä­die 2019: Inter­dis­zi­pli­nä­re Zusammen­arbeit drin­gen­der denn je

Vom 26. bis 28. April fand in Garmisch-Partenkirchen der Jahreskongress der Technischen Orthopädie der Landesinnung Bayern für Orthopädie-Schuhtechnik (LIOST) statt – erstmals in Kooperation mit der Deutschen Assoziation für Fuß- und Sprunggelenk e. V. (D.A.F.).

Rund 400 Teil­neh­mer aus dem In- und Aus­land folg­ten dem Ruf der LIOST und besuch­ten die Ver­an­stal­tung mit rund 30 Pro­gramm­punk­ten unter der wis­sen­schaft­li­chen ­Lei­tung von Prof. Dr. med. H. H. Wetz und Prof. Dr. med. Rai­mund Forst sowie die beglei­ten­de Indus­trie­aus­stel­lung mit 60 Firmen.

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Neu­ro­reha­bi­li­ta­ti­on bei Fuß­de­for­mi­tä­ten im Fokus

Der Jah­res­kon­gress stand in die­sem Jahr unter der Über­schrift „Neu­ro­reha­bi­li­ta­ti­on bei Fuß­de­for­mi­tä­ten“. ­Neben zahl­rei­chen Medi­zi­nern wie Prof. Dr. med. Chris­ti­na ­Stu­ken­borg-Cols­man (Han­no­ver), Prof. Dr. med. Richard ­Plac­zek (Bonn) oder Priv.-Doz. Dr. med. Kitia­kos Daniilidis­ (Regens­burg) hiel­ten auch Ortho­pä­die-Schuh­tech­ni­ker und Ortho­pä­die-Tech­ni­ker Vor­trä­ge zur ent­spre­chen­den Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung. Unter ande­rem sprach Ortho­pä­die­schuh­ma­cher-Meis­ter Jür­gen Hol­ter­hus aus Qua­ken­brück über Mög­lich­kei­ten und Gren­zen ortho­pä­die-schuh­tech­ni­scher Ver­sor­gun­gen bei neu­ro­lo­gi­schen Krank­heits­bil­dern. Er stell­te Ver­läu­fe unter­schied­li­cher Fuß­de­for­mi­tä­ten auf­grund von Fuß­ver­än­de­run­gen infol­ge neu­ro­lo­gi­scher Grund­er­kran­kun­gen ohne Schu­he, nur mit Schu­hen sowie mit Schu­hen und affe­renz­sti­mu­lie­ren­den Ein­la­gen vor.

Ortho­pä­die-Tech­nik-Meis­ter Dani­el Schrei­ner prä­sen­tier­te unter der Über­schrift „Tech­ni­sche Hilfs­mit­tel in der neu­ror­he­ha­bi­li­ta­ti­ven Behand­lung von Fuß­de­for­mi­tä­ten“ Ver­sor­gungs­bei­spie­le des Aschau­er Stand­or­tes der Poh­lig GmbH und infor­mier­te über das bio­me­cha­ni­sche Kor­rek­tur­prin­zip der „Polig-Pare­se-Spitz­fuß-Orthe­se“. ­Ortho­pä­die­schu­ma­cher-Meis­ter Georg Hut­ter aus Mur­nau hingegen­ kon­zen­trier­te sich in sei­nem Vor­trag auf Ver­sor­gungs­bei­spie­le von Pati­en­ten mit Pero­neus­lä­si­on, einer Läh­mung von Fuß und Zehen auf­grund einer Ner­ven­schä­di­gung, mit ortho­pä­di­schen Schu­hen. Er beklag­te in sei­nem Vor­trag, dass vie­le Pati­en­ten nicht opti­mal ver­sorgt sei­en, da sie offen­sicht­lich nicht kor­rekt bera­ten würden.

Bes­se­re Kom­mu­ni­ka­ti­on für mehr Versorgungsqualität

Das The­ma Ver­sor­gungs­qua­li­tät stand auch bei der Round-Table-Dis­kus­si­on des Kon­gres­ses ganz oben. Unter der Lei­tung von Mode­ra­tor Wolf­gang Best und reger Betei­li­gung des Publi­kums dis­ku­tier­ten ver­schie­de­ne Ver­tre­ter von Kos­ten­trä­gern und Leis­tungs­er­brin­gern wie die Ver­sor­gungs­qua­li­tät in Deutsch­land gestei­gert wer­den kann. Ergeb­nis der Dis­kus­si­on: Zur Ver­bes­se­rung der Inter­ak­ti­on zwi­schen den ein­zel­nen Grup­pen müss­ten die Begrün­dun­gen von Hilfs­mit­teln drin­gend ver­bes­sert wer­den. Zudem soll­ten die Bewil­li­gungs­pro­zes­se beschleu­nigt wer­den, um Akut­ver­sor­gun­gen zu ermöglichen.

Eine bes­se­re Zusam­men­ar­beit aller Dis­zi­pli­nen for­dert eben­falls Magnus Fischer, Lan­des­in­nungs­meis­ter der LIOST: „Inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit ist drin­gen­der denn je. Dies gilt auch für die Ortho­pä­die-Schuh­tech­nik als ein kom­pe­ten­tes Mit­glied im Versorgungsteam.“

Der nächs­te Jah­res­kon­gress der LIOST ist, eben­falls in ­Koope­ra­ti­on mit der D.A.F., für den Zeit­raum vom 27. bis zum 29. März 2020 geplant.

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