E‑Rezept: Gema­tik bestä­tigt ver­län­ger­te Testphase

Für einen Sturm im Wasserglas sorgten Anfang März die Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach und Gematik-Geschäftsführer Dr. Markus Leyck Dieken zum E-Rezept-Status in Deutschland. Auf Nachfrage der OT-Redaktion bestätigt nun Leyck Dieken die Verlängerung der Testphase und Verschiebung der verpflichtenden Einführung des E-Rezepts im deutschen Gesundheitswesen. Die verpflichtende Einführung in Praxen, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen in Deutschland war ursprünglich bereits zum 1. Januar 2022, dann zum 1. Februar 2022 geplant.

Wört­lich sag­te der Gema­tik-Geschäfts­füh­rer der Redak­ti­on: „Ent­ge­gen der Aus­sa­ge der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) wer­den E‑Rezept und E‑AU (Elek­tro­ni­sche Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung, Anm. der Redak­ti­on) nicht gestoppt. Die Aus­füh­run­gen des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters Karl Lau­ter­bach im Inter­view mit der KBV ver­gan­ge­ne Woche bezo­gen sich auf die Ver­schie­bung der ver­pflich­ten­den Ein­füh­rung – die Test­pha­sen wur­den nicht gestoppt, son­dern lau­fen wie geplant wei­ter. Für das E‑Rezept bedeu­tet das: Pra­xen, Kran­ken­häu­ser, Apo­the­ken, Kran­ken­kas­sen und Soft­ware­an­bie­ter sol­len noch mehr Erfah­rung sam­meln, Updates auf­spie­len, die nöti­ge Soft­ware instal­lie­ren, das Per­so­nal schu­len und die Sta­bi­li­tät des Zusam­men­wir­kens der ein­zel­nen erfor­der­li­chen Kom­po­nen­ten inten­siv prü­fen. Das geht nur mit Unter­stüt­zung aller.“

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Neu­es Por­tal soll für mehr Trans­pa­renz sorgen

Um zukünf­tig Ver­un­si­che­run­gen zu ver­mei­den, ver­öf­fent­licht die Gema­tik ab sofort auf ihrem neu­en Por­tal aktu­el­le Daten zu Lage, Aus­stat­tungs­grad und Ein­satz­be­reit­schaft des E‑Rezeptes. Wie die Gesell­schaft mit­teilt, sol­len sich so (Zahnarzt-)Praxen, Apo­the­ken und Kran­ken­häu­ser trans­pa­rent infor­mie­ren können.

Ver­pflich­ten­de Ein­füh­rung verschoben

Am 4. März war Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach zu Gast bei einer Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung der KBV. Knapp 100 Tage nach sei­nem Amts­an­tritt als Minis­ter stand er KBV-Chef Dr. Andre­as Gas­sen Rede und Ant­wort zur Gesund­heits­po­li­tik. Dabei äußer­te Karl Lau­ter­bach, die Umset­zung der elek­tro­ni­schen Arbeitsunfähig­keitsbescheinigung sowie des elek­tro­ni­schen Rezep­tes zunächst gestoppt zu haben, wie das Ärz­te­blatt berich­te­te. Dem wider­sprach Gema­tik-Geschäfts­füh­rer Leyck Die­ken am 8. März auf Twit­ter zunächst mit dem Tweet: „Das #eRe­zept und die #eAU lau­fen plan­mä­ßig wei­ter. Kein Stopp durch Minis­ter. …“ Die bei­den Aus­sa­gen sorg­ten kurz­fris­tig für Ver­wir­rung im Gesundheitswesen.

Die Gema­tik – Natio­na­le Agen­tur für Digi­ta­le Medi­zin, ist ver­ant­wort­lich für den Auf­bau der Tele­ma­tik­in­fra­struk­tur (TI) im deut­schen Gesund­heits­we­sen. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit hält 51 Pro­zent der Antei­le an der Gesell­schaft.  

Ruth Jus­ten

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