Felix Capan­ni erhält Wissenschaftspreis

Prof. Dr. Felix Capanni, Professor für Konstruktionslehre an der Technischen Hochschule Ulm (THU), gehört zu den diesjährigen Gewinnern des mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Wissenschaftspreises der Stadt Ulm. Mit der Auszeichnung ehrt die Stadt hervorragende Leistungen von Wissenschaftler:innen, Forschungs- und Arbeitsgemeinschaften, besonders der jüngeren Generation.

Capan­ni wur­de 2008 an die Fakul­tät Mecha­tro­nik und Medi­zin­tech­nik der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Ulm beru­fen und forscht auf dem Gebiet der Tech­ni­schen Ortho­pä­die. Jüngst hat er hier in Koope­ra­ti­on mit dem Ulmer Sani­täts­haus Häuss­ler und Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jür­gen Stein­acker von der Uni­ver­si­tät Ulm im Rah­men einer kli­ni­schen Stu­die die Bio­me­cha­nik vor­fuß­am­pu­tier­ter Patient:innen erforscht, ein Simu­la­ti­ons­pro­gramm für die Bean­spru­chungs­ana­ly­se einer pro­the­ti­schen Ver­sor­gung abge­lei­tet und eine spe­zi­ell auf die Bedürf­nis­se der Patient:innen abge­stimm­te Car­bon­pro­the­se ent­wi­ckelt. Dadurch wur­de einer Stu­di­en­teil­neh­me­rin erst­ma­lig die Teil­nah­me am City­lauf des Ulmer Ein­stein-Mara­thons ermög­licht wer­den. Die Pro­the­se berück­sich­tigt kör­per­spe­zi­fi­sche Para­me­ter wie z. B. das Kör­per­ge­wicht sowie den von den Patient:innen gewünsch­ten Akti­vi­täts­grad. Wei­ter­hin wur­den digi­ta­le Ent­wick­lungs- und Fer­ti­gungs­tech­ni­ken in die bis­lang hand­werk­lich gepräg­te Tech­ni­sche Ortho­pä­die erfolg­reich ein­ge­führt. Capan­ni leis­tet eben­so für pati­en­ten­ver­sor­gen­de, über­re­gio­na­le Unter­neh­men wesent­li­che Unter­stüt­zung auf dem Gebiet der Erar­bei­tung digi­ta­ler Stan­dards für die Pati­en­ten­ver­sor­gung – und zwar durch ein bun­des­wei­tes Fir­men­netz­werk (geför­dert vom „Zen­tra­len Inno­va­ti­ons­pro­gramm Mit­tel­stand“ des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie). Aus der von ihm gegrün­de­ten For­schungs­grup­pe Bio­me­cha­tro­nik ging das Ulmer Spin-off HKK Bio­nics GmbH her­vor. Das Unter­neh­men ent­wi­ckelt und ver­mark­tet eine neu­ar­ti­ge, akti­ve Hand­orthe­se zur Unter­stüt­zung der Greif­funk­ti­on gelähm­ter Hände.

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Capan­ni gehört laut Aus­sa­ge der THU seit Beginn sei­ner Lehr­tä­tig­keit zu den for­schungs­ak­tivs­ten Kolleg:innen an der Hoch­schu­le. Zur Ver­ste­ti­gung der gewon­ne­nen Erkennt­nis­se hat er in Zusam­men­ar­beit mit der Ker­schen­stei­ner­schu­le Stutt­gart und der Lan­des­in­nung für Ortho­pä­die-Tech­nik Baden-Würt­tem­berg ein Stu­di­um nach dem Ulmer Modell initi­iert. Hier erhal­ten ab dem kom­men­den Win­ter­se­mes­ter jun­ge Men­schen die Mög­lich­keit, das Stu­di­um der Medi­zin­tech­nik und eine Ortho­pä­die­tech­ni­ker-Lehr­aus­bil­dung inner­halb von vier­ein­halb Jah­ren zu absolvieren.

Der Wis­sen­schafts­preis wur­de am 18. Juli 2022 von Ober­bür­ger­meis­ter Gun­ter Czisch auf dem Wein­hof in Ulm ver­lie­hen. Die wei­te­ren Preis­trä­ger sind Prof. Klaus Diet­may­er und Dr. Micha­el Buch­holz, Insti­tut für Mess‑, Regel- und Mikro­tech­nik der Uni­ver­si­tät Ulm, die für ihre Leis­tun­gen im Bereich des auto­ma­ti­sier­ten und ver­netz­ten Fah­rens aus­ge­zeich­net wur­den und wie Capan­ni ein Preis­geld in Höhe von 7.500 Euro erhielten.

Bewer­ben konn­ten sich Wissenschaftler:innen sowie For­schungs- und Arbeits­ge­mein­schaf­ten, die an der Uni­ver­si­tät oder den Hoch­schu­len in Ulm tätig oder mit Ulm ver­bun­den sind oder durch ihre For­schungs­ar­beit die wis­sen­schaft­li­che Wei­ter­ent­wick­lung der Uni­ver­si­tät oder der Hoch­schu­len in Ulm geför­dert haben. Wer den Preis erhält, legt der Gemein­de­rat der Stadt Ulm nach Vor­ent­schei­dung eines Preis­ge­richts, in dem die Uni­ver­si­tät, die Tech­ni­sche Hoch­schu­le und Mit­glie­der des Gemein­de­rats ver­tre­ten sind, fest.

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