E‑Verordnung: BIV-OT star­tet Feldphase

Im August 2023 ging das deutschlandweit größte Pilot­projekt E-Verordnung für Hilfsmittel in die Testphase. Unter dem Dach des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT) haben sich die marktführenden Software- und ERP-Dienstleister und Leistungserbringerverbände zusammengeschlossen, um mit Sanitätshäusern, Homecare-Versorgern und Ärzt:innen die Digitalisierung aktiv voranzutreiben.

Erst­mals kön­nen Leis­tungs­er­brin­ger den gesam­ten Pro­zess einer digi­ta­len Ver­ord­nung von Hilfs­mit­teln durch den Arzt über den Kos­ten­vor­anschlag bis zur Abrech­nung mit einer gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se durchspielen.

Anzei­ge

In der Feld­pha­se wird zunächst die im Pilot­pro­jekt ent­wickelte elek­tro­ni­sche Ver­ord­nung für Hilfs­mit­tel (Mus­ter 16) einem Pra­xis­test unter­zo­gen. Mit dem Mus­ter 16 in Papier­form kön­nen Sani­täts­häu­ser und ortho­pä­die­tech­ni­sche Werk­stät­ten Mit­glie­der gesetz­li­cher Kran­ken­kas­sen mit vom Arzt ver­ord­ne­ten Hilfs­mit­teln ver­sor­gen und abrech­nen. „Die Über­füh­rung der Gesamt­pro­zes­se ins Digi­ta­le ist hoch kom­plex. Allein von unse­ren Mitglieds­betrieben wer­den jähr­lich 25 Mil­lio­nen Ver­sor­gun­gen rea­li­siert. Noch sind die Pro­zes­se durch viel Papier beglei­tet, da die Büro­kra­tie in die­sem Gesund­heits­be­reich unglaub­lich umfang­reich ist“, erklärt Tho­mas Münch, Mit­glied des Vor­stan­des des BIV-OT. „Für die Ver­sor­gungs­qua­li­tät wer­den bei­spiels­wei­se Bera­tungs­do­ku­men­te ver­langt, die bei jeder ein­zel­nen der knapp 100 Kran­ken­kas­sen unter­schied­lich aus­se­hen. Hin­zu kommt, dass wir mit der Digi­ta­li­sie­rung das Pati­en­ten­wahl­recht stär­ken wol­len. Der von uns pro­gram­mier­te unab­hän­gi­ge Fach­dienst erlaubt eine Ver­ar­bei­tung der E‑Verordnung, bei der Pati­en­ten sicher sein kön­nen, dass die Daten ohne kom­mer­zi­el­le Len­kung und unter Ein­hal­tung des Daten­schut­zes ver­ar­bei­tet wer­den. So kön­nen wir gemein­sam mit der Gema­tik Pro­zes­se ent­wi­ckeln, die dann auch Mehr­wer­te für alle Betei­lig­ten brin­gen“, so Münch „Nach zwei Jah­ren minu­tiö­ser Ent­wick­lungs­zeit freu­en wir uns dar­auf, dass ers­te Anwen­der unser Sys­tem nun auf Herz und Nie­ren tes­ten können.“

Teil­ha­be für Mil­lio­nen Men­schen sichern

Ziel des Pilot­pro­jek­tes ist es, dass mit der ver­pflich­ten­den Ein­füh­rung der E‑Verordnung für Hilfs­mit­tel zum 01. Janu­ar 2026 Mil­lio­nen von Men­schen wei­ter­hin ihre Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung in Deutsch­land erhal­ten und damit an der Gesell­schaft teil­ha­ben kön­nen. „Ganz neben­bei leis­ten wir damit einen ent­schei­den­den Bei­trag zur Digita­lisierung in Deutsch­land“, so Tho­mas Münch weiter.

Part­ner des Pilot­pro­jek­tes E‑Verordnung für Hilfs­mit­tel des BIV-OT sind füh­ren­de Abrech­nungs­zen­tren und Soft­ware­her­stel­ler wie AS Abrech­nungs­stel­le für Heil‑, Hilfs- u. Pfle­ge­be­ru­fe AG, care­lo­gic GmbH, Noven­ti Health SE, opta data Grup­pe, Opti­ca Abrech­nungs­zen­trum, TopM Soft­ware GmbH, auf Leis­tungs­er­brin­ger­sei­te Fried­rich Georg Strei­fen­e­der KG, Jütt­ner Ortho­pä­die KG, Let­ter­mann GmbH, medi­team GmbH & Co. KG, Münch + Hahn GmbH & Co. KG, Münch OT GmbH & Co. KG, Ortho­pä­die- und Reha­tech­nik Dres­den GmbH und reha team Betzl­ba­cher OHG Sani­täts­fach­han­del sowie die Gesund­heits­hand­wer­ke der Hör­akus­tik (biha) und der Augen­op­tik (ZVA). Am Pilot­pro­jekt sind eben­falls die Leis­tungs­er­brin­ger­ge­mein­schaf­ten EGROH-Ser­vice GmbH, die reha­Vi­tal Gesund-heits­ser­vice GmbH, die Sani­täts­haus Aktu­ell AG sowie der Ver­band Ver­sor­gungs­qua­li­tät Home­ca­re e. V. beteiligt.

Wei­te­re Pro­jek­te im Blick

Um das Cha­os zu ver­mei­den, das im Zuge der Ein­füh­rung des E‑Rezeptes für Arz­nei­mit­tel ent­stan­den ist, hat­te der Bun­des­in­nungs­ver­band für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT) bereits 2021 gemein­sam mit Part­nern das ers­te deut­sche ­Pilot­pro­jekt E‑Verordnung für Hilfs­mit­tel in Deutsch­land auf­ge­setzt. Das Pro­jekt ist wett­be­werbs­neu­tral an der Infra­struk­tur und den Schnitt­stel­len der Gema­tik aus­ge­rich­tet. „Wir begrü­ßen, dass eini­ge Kran­ken­kas­sen in Deutsch­land jetzt eben­falls den Weg in die digi­ta­le Ver­ord­nungs­zu­kunft beschrei­ten und freu­en uns auf eine künf­ti­ge Zusam­men­ar­beit“, erklärt Tho­mas Münch mit Blick auf das Ende Juli vor­ge­stell­te Pilot­pro­jekt der Arbeits­ge­mein­schaft eGe­sund­heit von sie­ben Krankenkassen.

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