DKOU/TTO: Mit ver­ein­ten Kräften

Mehr als 7.000 Besucher aus 54 Ländern verzeichnete der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), der vom 26. bis zum 30. Oktober in Präsenz – unter Einhaltung der 2G-Regel – in Berlin stattfand.

Die drei Kon­gressprä­si­den­ten Dr. med. Burk­hard Lem­beck, Univ.-Prof. Dr. med. Micha­el J. Rasch­ke und Univ.-Prof. Dr. med. Die­ter C. Wirtz hat­ten vor­ab die Losung „Ver­ein­te Viel­falt“ aus­ge­ru­fen und dem­entspre­chend fand auch der „Tag der Tech­ni­schen Ortho­pä­die“ (TTO) wie­der Ein­zug ins Kongressprogramm.

Rele­van­te Versorgungsbereiche

Der Gemein­schafts­auf­tritt unter Betei­li­gung von BIV-OT, VTO, Initia­ti­ve ´93 und DGIHV am 27. Okto­ber war bereits zum 9. Mal Teil der Ver­an­stal­tung. In ins­ge­samt drei von der Con­fair­med orga­ni­sier­ten und gut besuch­ten Ses­si­ons stell­ten die ver­ant­wort­li­chen Chairs und Refe­ren­ten wert­vol­len inter­dis­zi­pli­nä­ren Input aus den Berei­chen Osseo­in­te­gra­ti­on, Dia­be­ti­scher Fuß und Pro­the­sen­aus­wahl nach Ampu­ta­ti­on vor. Prof. Dr. med. Bern­hard Grei­te­mann, Mit-Vor­sit­zen­der der bei­den erst­ge­nann­ten The­men­blö­cke, zog hin­ter­her ein gemisch­tes Fazit: „Die Tech­ni­sche Ortho­pä­die hat sich breit dar­ge­stellt. Über Ampu­ta­ti­ons­chir­ur­gie bis hin zu Schuh- und Pro­the­sen­ver­sor­gung wur­den rele­van­te Ver­sor­gungs­be­rei­che und neue Ansät­ze auf­ge­grif­fen. Wün­schen wür­den wir uns einen stär­ke­ren Ein­be­zug in Ses­si­ons der ande­ren Sek­tio­nen im Sin­ne des Ansat­zes: Was gibt es tech­nisch-ortho­pä­disch kon­ser­va­tiv und post­ope­ra­tiv an Behand­lungs­mög­lich­kei­ten?“ Ein wei­te­rer klei­ner Wer­muts­trop­fen am Ran­de: Der Saal des TTO gehör­te nicht zu den aus­ge­wähl­ten Räu­men, aus denen der DKOU wäh­rend des Kon­gres­ses eine vir­tu­el­le Über­tra­gung anbot. Dabei hät­ten die hoch­ka­rä­ti­gen Bei­trä­ge sicher­lich auch eine digi­ta­le Büh­ne ver­dient gehabt.

Exper­ti­se vor Ort

„Die Vor­trä­ge am TTO machen deut­lich, wie Digi­ta­li­sie­rung in der Hilfs­mit­tel­bran­che tat­säch­lich aus­se­hen kann und wel­che wich­ti­ge Rol­le die Exper­ti­se vor Ort auch heu­te noch spielt. Lai­en kön­nen nicht das leis­ten, wofür wir jah­re­lang aus­ge­bil­det wer­den. Dar­über müs­sen wir auch am TTO spre­chen“, unter­strich BIV-OT-Prä­si­dent Alf Reu­ter im Ver­lauf der Ver­an­stal­tung den nöti­gen Dia­log von Hand­werk und Ärz­te­schaft und ver­wies dabei gleich­zei­tig auf sein Unver­ständ­nis gegen­über frag­wür­di­gen Enga­ge­ments zur Online-Ein­la­gen­ver­sor­gung auf Rezept. Jür­gen Stumpf, Co-Chair der TTO-Ses­si­on zum Dia­be­ti­schen Fuß, bestä­tig­te: „Es ist inter­na­tio­na­ler Kon­sens, dass nur im inter­dis­zi­pli­nä­ren Team eine opti­ma­le Prä­ven­ti­on und Behand­lung des Dia­be­ti­schen Fuß­syn­droms erfol­gen kön­nen. Fach­ge­sell­schaf­ten und Ver­bän­de haben ein­heit­li­che Richt­li­ni­en für die ortho­pä­die­schuh­tech­ni­sche Ver­sor­gung vorgegeben.“

Fokus Fach­kräf­te­man­gel

Die Kon­gressprä­si­den­ten des DKOU 2021 warn­ten zur Eröff­nung davor, dass die Kli­nik­land­schaft immer mehr kom­mer­zi­el­lem Druck unter­wor­fen wer­de und dies zu Las­ten der Ver­sor­gungs­qua­li­tät in Deutsch­land gehe. Eben­so feh­le es – hier lässt sich eine Par­al­le­le zum Hand­werk aus­ma­chen – per­spek­ti­visch an gut aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­ten. Auch ein Wink in Rich­tung künf­ti­ger Bun­des­re­gie­rung, das The­ma Bil­dung bei allen sons­ti­gen „Brand­her­den“ nicht zu ver­nach­läs­si­gen. Fakt ist: Das Gesund­heits­sys­tem in Deutsch­land ächzt nicht nur unter der Bewäl­ti­gung der Pan­de­mie und den Her­aus­for­de­run­gen der Finan­zie­rung, son­dern ins­be­son­de­re bei der Aus­bil­dung von Fach­kräf­ten in Tech­nik, Pfle­ge und Medizin.

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