Die OTWorld.connect ist eröffnet!

„Die Branche trifft sich in Leipzig“ hieß es in der Vergangenheit standesgemäß alle zwei Jahre zum Weltkongress und der Internationalen Leitmesse OTWorld. Das Jahr 2020 allerdings stellt aktuell so ziemlich alle Lebensbereiche auf den Kopf. Mit einem enormen Organisationsaufwand ist es den Veranstaltern gelungen, dass sich die Branche seit heute Vormittag für drei Tage nicht nur in Leipzig trifft, sondern global miteinander vernetzt ist.

Alf Reu­ter, Prä­si­dent des Bun­des­in­nungs­ver­ban­des für Ortho­pä­die-Tech­nik, und Mar­tin Buhl-Wag­ner, Geschäfts­füh­rer der Leip­zi­ger Mes­se, haben im Bei­sein von Kon­gressprä­si­dent Micha­el Schä­fer die ers­te rein digi­ta­le OTWorld.connect eröff­net. „Herz­li­che Grü­ße an die Welt“ sen­de­te Buhl-Wag­ner an die Teil­neh­mer in den USA, Russ­land, Isra­el bis hin zu Peru und Togo, um nur eine Aus­wahl zu nen­nen. Denn dank des digi­ta­len Kon­zepts bie­tet sich für vie­le Inter­es­sier­te rund um den Glo­bus über­haupt erst­mals die Mög­lich­keit, den Vor­trä­gen und Dis­kus­sio­nen um die Ver­sor­gung von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten bei­zu­woh­nen. Micha­el Schä­fer stell­te in sei­ner Anspra­che an die Teil­neh­mer drei wesent­li­che Fak­to­ren her­aus: Adap­ti­vi­tät, Erfah­rung und Interdisziplinarität.

Für die Bran­che bringt das „neue Nor­mal“ eben­so Ver­än­de­run­gen im Ver­sor­gungs­all­tag mit sich wie auch im fach­li­chen Aus­tausch unter Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen. Der Kon­gressprä­si­dent lob­te aus­drück­lich die Fle­xi­bi­li­tät im Pro­gramm- und Kurs­ko­mi­tee, um ein bereits fer­ti­ges ana­lo­ges Kon­zept in ein digi­ta­les For­mat zu trans­fe­rie­ren. Eben­so ver­wies er dar­auf, wie wich­tig es ist, sich gera­de jetzt zwi­schen Medi­zi­nern, Tech­ni­kern und wei­te­ren Akteu­ren der Ver­sor­gungs­pro­zes­se mit­ein­an­der auszutauschen.

Her­vor­zu­he­ben sei­en laut Schä­fer die zahl­rei­chen Koope­ra­tio­nen mit den inter­na­tio­na­len und natio­na­len Fach­ge­sell­schaf­ten von der Inter­na­tio­nal Socie­ty for Prost­he­tics and Ortho­tics (ISPO) über die Deut­sche Gesell­schaft für inter­pro­fes­sio­nel­le Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung e. V. (DGIHV) bis hin zur Gesell­schaft für Ortho­pä­disch-Trau­ma­to­lo­gi­sche Sport­me­di­zin (GOTS) und der Fort­bil­dungs­ver­ei­ni­gung für Ortho­pä­die-Tech­nik e. V. (FOT): „Das ist gro­ßes Kino!“ Ganz beson­ders freut er sich über die erst­ma­li­ge Koope­ra­ti­on mit der TAR Con­fe­rence (Tech­ni­cal­ly Assis­ted Reha­bi­li­ta­ti­on), die am 28. und 29. Okto­ber par­al­lel zur OTWorld.connect aus­ge­rich­tet wird. Denn es sei außer­or­dent­lich wich­tig, die For­schung in das Gesche­hen zu inte­grie­ren, um Ein­bli­cke in neue Tech­no­lo­gien zu gewinnen.

Unter der Feder­füh­rung von Alf Reu­ter, der erst im März zum Prä­si­den­ten des Bun­des­in­nungs­ver­ban­des gewählt wor­den ist, wird ein inter­na­tio­na­les berufs­po­li­ti­sches Forum die ver­schie­de­nen Rah­men­be­din­gun­gen der Bran­che vom Umgang mit Covid-19, der kom­men­den ver­bind­li­chen Anwen­dung der EU-Medi­zin­pro­duk­te-Ver­ord­nung bis hin zum Sta­tus der Sys­tem­re­le­vanz im Ver­sor­gungs­spek­trum dis­ku­tie­ren. „Ein gro­ßes The­ma liegt mir beson­ders am Her­zen“, hob Reu­ter zur Eröff­nung her­vor. „Wir ver­sor­gen Men­schen. Da kommt es auf die Qua­li­tät an, nicht auf den Preis.“

Mar­tin Buhl-Wag­ner schlug im wei­te­ren Ver­lauf der gemein­sa­men vir­tu­el­len Begrü­ßung die Brü­cke zur Indus­trie. Denn als alter­na­ti­ves For­mat zur tra­di­tio­nel­len Mes­se­land­schaft prä­sen­tie­ren sich in die­sem Jahr mehr als 50 Aus­stel­ler digi­tal in soge­nann­ten „Inno­va­ti­on Show­rooms”. Für Leip­zigs Ober­bür­ger­meis­ter Burk­hard Jung der rich­ti­ge Weg, wie er in sei­nem Gruß­wort her­aus­stell­te: „Wir tun gut dar­an, es in die­sem Jahr digi­tal zu ver­su­chen. Es ist mei­ne Hoff­nung, uns 2022 wie­der per­sön­lich zu begeg­nen.“ Eine Hal­tung, die sicher­lich alle Betei­lig­ten tei­len. Mit der Ergän­zung, dass, so viel steht bereits zu Beginn der ers­ten OTWorld.connect-Edition fest, es auch in Zukunft digi­ta­le For­ma­te als Ergän­zung zum Prä­senz­ge­sche­hen geben soll.

Wie sehr Covid-19 die Pla­nun­gen in allen Berei­chen unauf­hör­lich auf den Kopf stellt, unter­strich auch die Eröff­nungs­ver­an­stal­tung der OTWorld.connect. Denn Prof. Dr. med. Chris­toph Jos­ten, neben Micha­el Schä­fer der zwei­te Kon­gressprä­si­dent in die­sem Jahr, muss­te sich kurz­fris­tig ent­schul­di­gen las­sen, da er vom Kabi­nett des säch­si­schen Land­tags zu einem Kri­sen­tref­fen anläss­lich des der­zei­ti­gen Pan­de­mie­ge­sche­hens ein­be­ru­fen wor­den war.

Die OTWorld.connect ist ein Kon­gress und eine Mes­se unter beson­de­ren Vor­zei­chen. Gleich zu Beginn wird deut­lich, dass von allen Betei­lig­ten eine, um die Wor­te von Micha­el Schä­fer auf­zu­grei­fen, Adap­ti­vi­tät gefor­dert ist. Der ers­te Ein­druck: Die Bereit­schaft ist da!

 

Micha­el Blatt

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