Cyb­ath­lon Chal­len­ges: Ein Vor­ge­schmack auf 2024

Noch sind es zwei Jahre, bis der Cybathlon – ein Non-Profit-Projekt der ETH Zürich – in die dritte Runde geht. Bis dahin haben die Teams die Möglichkeit, ihre Entwicklungen vorab zu testen: Die Cybathlon Challenges finden voraussichtlich zwei Mal pro Jahr in mehreren oder allen Disziplinen statt – den Auftakt machten im Mai 2022 die Exoskelett-, Armprothesen- und Rollstuhl-Rennen.

Ins­ge­samt haben neun Teams aus der Schweiz, Spa­ni­en, Schwe­den, Frank­reich, Indo­ne­si­en sowie den Nie­der­lan­den teil­ge­nom­men – dezen­tral an ver­schie­de­nen Hubs. Zwei Mal waren die Schwei­zer am schnells­ten: „Vari­Leg enhan­ced“ (01:22) beim Exo­ske­lett- und „Robi­li­ty enhan­ced“ (02:18) beim Roll­stuhl-Ren­nen. Im Arm­pro­the­sen-Ren­nen setz­te sich „Smart­ArM ARM“ (02:27) aus Frank­reich durch. Im Live­stream konn­ten die Zuschauer:innen die von Nick Fel­lows, der schon die Cyb­ath­lon 2020 Glo­bal Edi­ti­on kom­men­tier­te, und Cyb­ath­lon-Lei­ter Roland Sig­rist mode­rier­te Ver­an­stal­tung ver­fol­gen. Jedes Team hat­te zwei Ver­su­che, eine der gestell­ten Auf­ga­ben aus dem Regel­werk 2024 in mög­lichst kur­zer Zeit zu lösen. Beim Exo­ske­lett-Ren­nen muss­ten die Pilot:innen über eine Rei­he von Stei­nen gehen. So wur­de die Fähig­keit getes­tet, die Füße an einer vor­de­fi­nier­ten Stel­le zu plat­zie­ren – im All­tag z. B. not­wen­dig beim Betre­ten einer Roll­trep­pe oder beim Über­que­ren von Stei­nen auf einem Feld­weg. Beim Arm­pro­the­sen-Ren­nen ging es dar­um, Gegen­stän­de ein­zeln zu grei­fen und von ihrer zufäl­li­gen Aus­gangs­po­si­ti­on auf einem Tisch zu einer Ziel­po­si­ti­on auf einem Nach­bar­tisch zu bewe­gen. Der Hin­ter­grund: In all­täg­li­chen Situa­tio­nen muss eine gro­ße Viel­falt von Gegen­stän­den unter­schied­li­cher Form, Grö­ße, Beschaf­fen­heit und Gewicht gegrif­fen und bedient wer­den. Trep­pen sind für Rollstuhlfahrer:innen oft­mals eine Hür­de: Beim Ren­nen galt es daher eine gera­de Trep­pe zwei­mal hin­auf- und hin­un­ter­zu­fah­ren. Beim Hin­un­ter­fah­ren muss­ten die Pilot:innen ihren Roll­stuhl zum Still­stand brin­gen, um zu zei­gen, dass sie jeder­zeit anhal­ten kön­nen. „Wir sind sehr zufrie­den mit der Aus­tra­gung der ers­ten Cyb­ath­lon Chal­len­ges. Das Mul­ti­hub-For­mat hat sehr gut funk­tio­niert. Wir den­ken, dass wir die Cyb­ath­lon Chal­len­ges auch in den wei­te­ren Cyb­ath­lon-Dis­zi­pli­nen gemein­sam mit den inter­na­tio­na­len Teams erfolg­reich durch­füh­ren kön­nen“, sagt Roland Sigrist.

Die Cyb­ath­lon Chal­len­ges sol­len Ent­wick­ler­teams die Mög­lich­keit bie­ten, Men­schen mit Behin­de­run­gen von Anfang an in ihren Ent­wick­lungs­pro­zess ein­zu­be­zie­hen und ihre Assis­tenz­sys­te­me in einer Wett­kampf­si­tua­ti­on zu tes­ten. Die Streams der Auf­takt­ver­an­stal­tung im Mai ste­hen mit Unter­ti­teln, Audi­o­de­skrip­ti­on und in Gebär­den­spra­che je in Deutsch und Eng­lisch online zur Verfügung.

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