Sommerakademie vereinte den Nachwuchs

Fachvorträge, praxisorientierte Workshops und dazwischen Zeit zum Kennenlernen und Austauschen: Ende August wurde die Dortmunder Bundesfachschule für Orthopädie-Technik (Bufa) für drei Tage zum zentralen Treffpunkt des Branchennachwuchses. 31 Auszubildende des zweiten und dritten Lehrjahres vertieften bei der 14. Sommerakademie ihr Fachwissen, sammelten praktische Erfahrungen und lernten unterschiedliche Bereiche der Orthopädie- und Rehabilitationstechnik aus neuen Perspektiven kennen.
Gemeinsam mit Fachlehrerin Lisa Marr tauchten die Teilnehmer in die Oberschenkelprothetik ein. Messmethoden und Messsystemen widmete sich Dr. Waleed Alrawashdeh, Studiengangsleitung Orthopädie- und Rehabilitationstechnik. „Kriterien der Rollstuhladaption“ war das Thema von Fachlehrer Norbert Stockmann, der während seines Vortrags ankündigte, die Theorie am Morgen später dem Praxistest zu unterziehen: „Wir fahren heute Rollstuhl“, ließ er die Runde gespannt aufhorchen. Aktiv werden konnten die Auszubildenden bei weiteren Workshops zu transfemoraler Prothetik, Myoprothetik und Bewegungsanalyse.

Mit Lara Wilkin war auch eine externe Referentin vor Ort: Sie gab einen persönlichen Einblick in ihr „Leben mit Behinderung“ und brachte den Auszubildenden in einem weiteren Vortrag die Möglichkeiten und Herausforderungen der oberen Extremitätenprothetik näher – sowohl mit aktuellen Erkenntnissen aus der Forschung als auch aus der Praxis. „Besonders beeindruckt hat mich, mit wie viel Wissbegierde, Neugier und Offenheit die zukünftigen Orthopädietechnikerinnen und Orthopädietechniker meinen Vorträgen begegnet sind“, berichtet sie. „Dieser intensive fachliche Austausch hat mir nicht nur große Freude am Unterrichten bereitet, sondern zugleich gezeigt, wie viel Begeisterung und Potenzial in der nächsten Generation der Orthopädie-Technik stecken – und wie zuversichtlich wir auf die Zukunft unseres Fachs blicken können. Gleichzeitig durfte auch ich viele neue Eindrücke und Denkanstöße aus der Sommerakademie mitnehmen, sodass dieser Austausch für beide Seiten eine echte Bereicherung war.“
Die Schule fungierte für viele der Auszubildenden aber nicht nur als reiner Veranstaltungsort, sondern gab zudem einen Vorgeschmack auf die berufliche Zukunft: „Es ist toll, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, die Bufa schon vor der Meistervorbereitung kennenzulernen. Alle Ansprechpartner sind super offen und wir konnten alle Fragen stellen. Ein echt tolerantes Umfeld“, so Anne Lungwitz. Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer bestätigen Direktorin Vanessa Eick, am bewährten Konzept festzuhalten: „Die Sommerakademie bietet nicht nur fachliche Einblicke und praktische Erfahrungen, sondern ebenso die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, Fragen zu stellen und die Bundesfachschule als möglichen Lern- und Ausbildungsort frühzeitig kennenzulernen“.
Pia Engelbrecht
Die Sommerakademie wird von der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik (Bufa) ausgerichtet und vom Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) gefördert. Teilnehmen können Auszubildende des zweiten und dritten Lehrjahres aus ganz Deutschland, die ihre besondere Leistungsfähigkeit, beispielsweise durch herausragende Leistungen in der Berufsschule, im betrieblichen Umfeld oder bei Prüfungen nachgewiesen haben. Ziel ist es, den Nachwuchs über den regulären Ausbildungsunterricht hinaus fachlich zu fördern und zu vernetzen.
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