Messen & Kongresse

Exper­ten dis­ku­tie­ren neue Ansät­ze der Rehabilitation

Von funktioneller Elektrostimulation bis C-Brace: Ein Ottobock-Symposium beleuchtete moderne Technologien und aktuelle Evidenz in der Neurorehabilitation.

Der Duder­städ­ter Hilfs­mit­tel­her­stel­ler Otto­bock ver­an­stal­te­te Ende Juni ein Online-Sym­po­si­um zum The­ma Neu­ro­mo­bi­li­tät. Exper­ten aus dem In- und Aus­land tra­ten dabei in den Dia­log, um aktu­el­le Ent­wick­lun­gen in der kli­ni­schen Evi­denz sowie den Ein­satz von Tech­no­lo­gien wie dem C‑Brace bei Men­schen mit neu­ro­lo­gisch beding­ten Beein­träch­ti­gun­gen der unte­ren Extre­mi­tät in den Blick zu neh­men. Mode­riert wur­de die Ver­an­stal­tung von Dr. Andre­as Hahn, Cor­po­ra­te Vice Pre­si­dent Cli­ni­cal Rese­arch and Ser­vices bei Otto Bock Health­ca­re Pro­ducts GmbH. „Die kli­ni­schen Daten und die Erfah­run­gen aus der Pra­xis zei­gen ein­drucks­voll, dass ver­bes­ser­te Mobi­li­tät weit über das Gehen hin­aus­geht. Wenn Men­schen dank der Wie­der­her­stel­lung ihrer Bein­funk­ti­on auf Geh­hil­fen ver­zich­ten kön­nen, gewin­nen sie bild­lich gespro­chen einen Arm zurück: Sie haben ihre Hän­de wie­der frei und kön­nen vie­le all­täg­li­che Auf­ga­ben selbst­stän­dig bewäl­ti­gen. Damit gewin­nen sie nicht nur funk­tio­nel­le Unab­hän­gig­keit zurück, son­dern auch mehr Mobi­li­tät, gesell­schaft­li­che Teil­ha­be und Lebens­qua­li­tät“, so Hahn. Dr. Ales­san­dro Spec­chia, Fach­arzt für Phy­si­ka­li­sche und Reha­bi­li­ta­ti­ve Medi­zin, gab einen Über­blick über aktu­el­le Tech­no­lo­gien und deren Rol­le in der Neu­ro­re­ha­bi­li­ta­ti­on. Im Fokus stan­den inno­va­ti­ve The­ra­pie­an­sät­ze, dar­un­ter die funk­tio­nel­le Elek­tro­sti­mu­la­ti­on (FES), die Rücken­mark­sti­mu­la­ti­on sowie robo­ter­ge­stütz­te Rehabilitationssysteme.

Chan­tal Engel, Ortho­pä­die­tech­ni­ke­rin, lie­fer­te Ein­bli­cke in die prak­ti­sche Ver­sor­gung mit C‑Brace. Anhand von drei Pati­en­ten­bei­spie­len zeig­te sie, wie die­se Tech­no­lo­gie Mobi­li­tät, Selbst­stän­dig­keit und Lebens­qua­li­tät von Men­schen mit schwe­ren Beein­träch­ti­gun­gen der unte­ren Extre­mi­tä­ten nach­hal­tig ver­bes­sern kann.

Auf die Fra­ge, ob das C‑Brace für jeden Pati­en­ten bzw. jede Pati­en­tin die opti­ma­le Lösung dar­stellt, ant­wor­te­te Engel ein­deu­tig mit „Nein.“ Ent­schei­dend sei eine indi­vi­du­el­le Beur­tei­lung. Als wert­vol­les kli­ni­sches Instru­ment zur Ein­schät­zung des poten­zi­el­len indi­vi­du­el­len Nut­zens nann­te sie die „Dia­gno­stic Test Ortho­sis“ (DTO). Zudem sprach sie sich für eine sys­te­ma­ti­sche Doku­men­ta­ti­on von Behand­lungs­er­geb­nis­sen mit­hil­fe funk­tio­nel­ler Ana­ly­sen und Video­auf­zeich­nun­gen aus.

Prof. Fran­çois Genêt, Lei­ter der Kli­nik für Phy­si­ka­li­sche Medi­zin und Reha­bi­li­ta­ti­on am Hôpi­tal Ray­mond Poin­ca­ré, prä­sen­tier­te die Ergeb­nis­se einer kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten ran­do­mi­sier­ten Cross-over-Stu­die zum C‑Brace. Ziel der Unter­su­chung war es, den Ein­fluss der Ver­sor­gung auf funk­tio­nel­le Ein­schrän­kun­gen, die Bewäl­ti­gung von Akti­vi­tä­ten des täg­li­chen Lebens (ADL) sowie die Lebens­qua­li­tät von Men­schen mit neu­ro­lo­gisch beding­ten Beein­träch­ti­gun­gen der unte­ren Extre­mi­tä­ten darzustellen.

Die Stu­di­en­ergeb­nis­se zeig­ten einen deut­li­chen Nut­zen des C‑Brace für die­se Pati­en­ten­grup­pe. Bereits nach zwei­mo­na­ti­ger Anwen­dung wur­de eine signi­fi­kan­te Ver­bes­se­rung der Mobi­li­tät im Außen­be­reich fest­ge­stellt. Gleich­zei­tig berich­te­ten die Teil­neh­mer über eine signi­fi­kan­te Stei­ge­rung ihrer Lebens­qua­li­tät. Zudem konn­ten sie mit dem C‑Brace stär­ker an ADLs teil­neh­men. Prof. Genêt wies dar­auf hin, dass die Teil­neh­mer – ins­be­son­de­re bei Akti­vi­tä­ten im Außen­be­reich – sel­te­ner auf Geh­hil­fen ange­wie­sen waren.

 

Tei­len Sie die­sen Inhalt