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Hilfs­mit­tel­stu­die offen­bart Zukunfts­fra­gen der Branche

Wie sieht die Zukunft der Patientenversorgung aus? Diese Frage steht im Fokus der „Hilfsmittelstudie 2026“. Die Ergebnisse der bislang größten zukunftspsychologischen Befragung der Branche wurden am heutigen Donnerstag, 25. Juni 2026, in Berlin offiziell vorgestellt.

Durch­ge­führt wur­de die Stu­die von der Opta-Data-Zukunfts-Stif­tung, dem Insti­tut für Zukunfts­psy­cho­lo­gie und Zukunfts­ma­nage­ment der Sig­mund Freud Pri­vat-Uni­ver­si­tät Wien sowie in Koope­ra­ti­on mit dem Bun­des­in­nungs­ver­band für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT) und dem Ver­band Ver­sor­gungs­qua­li­tät Home­ca­re (VVHC). Befragt wur­den rund 1.000 Mit­ar­bei­ter aus der Sani­täts­haus- und Home­ca­re-Bran­che zu den aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen und Per­spek­ti­ven der Ver­sor­gung. Die Ergeb­nis­se zei­gen eine Bran­che, die sich ange­sichts des demo­gra­fi­schen Wan­dels in einer wach­sen­den Ver­ant­wor­tung sieht: 88 Pro­zent der Befrag­ten gehen davon aus, dass die Bedeu­tung von Sani­täts­häu­sern und Home­ca­re-Anbie­tern in den kom­men­den Jah­ren wei­ter zuneh­men wird. Als Grün­de nen­nen sie unter ande­rem die altern­de Bevöl­ke­rung, die stei­gen­de Zahl mul­ti­mor­bi­der Pati­en­ten sowie die zuneh­men­de Ambu­lan­ti­sie­rung der Gesund­heits­ver­sor­gung. Gleich­zei­tig sehen vie­le Beschäf­tig­te erheb­li­che Her­aus­for­de­run­gen: 93 Pro­zent füh­len sich nach eige­nen Anga­ben von der aktu­el­len Gesund­heits­po­li­tik nicht aus­rei­chend ver­tre­ten. 76 Pro­zent bewer­ten die lang­fris­ti­ge Exis­tenz der Betrie­be bereits unter den aktu­el­len Ver­gü­tungs­be­din­gun­gen als gefähr­det – der im Zuge des GKV-Bei­trags­satz­sta­bi­li­sie­rungs­ge­set­zes geplan­te pau­scha­le Drei-Pro­zent-Abschlag auf die Ver­gü­tung von Hilfs­mit­tel­ver­sor­gun­gen wird die Lage nach Ansicht zahl­rei­cher Ver­tre­ter der Bran­che wei­ter verschärfen.

Als wei­te­re zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen nennt die Stu­die Fach­kräf­te­man­gel, Büro­kra­tie und Kos­ten­druck. 81 Pro­zent der Befrag­ten erwar­ten mit Blick auf die stei­gen­de Pati­en­ten­zah­len nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen des Fach­kräf­te­man­gels auf die künf­ti­ge Pati­en­ten­ver­sor­gung. 84 Pro­zent gehen davon aus, dass sich die Ver­sor­gung durch den stei­gen­den Kos­ten­druck und über­bor­den­de Büro­kra­tie ver­schlech­tern wird. Nach Anga­ben der Stu­di­en­teil­neh­mer ent­fal­len bereits heu­te mehr als 30 Pro­zent der Betriebs­zeit auf admi­nis­tra­ti­ve Auf­ga­ben – der „Ver­trags­dschun­gel“ for­dert sei­nen Tribut.

Ent­las­tung erhof­fen sich die Stu­di­en­teil­neh­mer von der Digi­ta­li­sie­rung. 77 Pro­zent rech­nen mit tief­grei­fen­den Ver­än­de­run­gen durch digi­ta­le Tech­no­lo­gien und Künst­li­che Intel­li­genz. Als wich­tigs­ten Nut­zen nen­nen 76 Pro­zent effi­zi­en­te­re Pro­zes­se. Zudem wün­schen sich 75 Pro­zent eine stär­ke­re digi­ta­le Ver­net­zung mit Ärz­ten, Kli­ni­ken und Pflegediensten.

„Die ent­schei­den­de Ent­wick­lung in der Hilfs­mit­tel­bran­che wird jedoch kei­ne tech­no­lo­gi­sche sein“, fasst Prof. Tho­mas Druy­en, Prä­si­dent der Opta-Data-Zukunfts-Stif­tung, die Ergeb­nis­se der Stu­die zusam­men. „Die Zukunft der Hilfs­mit­tel­bran­che und damit die Zukunft der Pati­en­ten­ver­sor­gung wird das sein, was wir ‚Care-Navi­ga­ti­on‘ nen­nen – ein neu­es Berufs­bild, ein neu­es Ver­sor­gungs­mo­dell.“ Die Kern­idee: In einem frag­men­tier­ten Sys­tem von zahl­rei­chen, bis­lang nicht ver­netz­ten Akteu­ren beglei­ten Sani­täts­häu­ser und Home­ca­re-Anbie­ter den Pati­en­ten durch den gesam­ten Ver­sor­gungs­pfad, dies nicht allein mit medi­zi­ni­schen Hilfs­mit­teln, son­dern mit Bera­tung, häus­li­cher Ver­sor­gung, Nach­sor­ge und Prävention.

Die „Hilfs­mit­tel­stu­die 2026“ steht kos­ten­los auf der Web­site der Opta-Data-Zukunfts-Stif­tung zum Down­load zur Verfügung.

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