Was ist die EUDI-Wallet?

Die Welt wird immer digitaler. Entsprechend werden die Anforderungen an die Rahmenbedingungen immer höher. Das gilt zum Beispiel auch im Bereich der digitalen Identitäten, denn die Frage „Wer ist wer?“ lässt sich im digitalen Raum nicht so einfach klären wie in der analogen Welt. Deshalb hat die Europäische Union die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) entwickelt.

Die Wal­let ist Teil der euro­päi­schen eIDAS-Ver­ord­nung – in ihrer über­ar­bei­te­ten Form oft „eIDAS 2.0“ genannt – und hat das Ziel, eine ein­heit­li­che digi­ta­le Iden­ti­tät in der EU zu schaf­fen. Statt also Aus­wei­se, Kar­ten oder Beschei­ni­gun­gen phy­sisch vor­zu­le­gen, kön­nen die­se künf­tig digi­tal und rechts­si­cher über eine App nach­ge­wie­sen wer­den. Alle Mit­glied­staa­ten sol­len ver­pflich­tet wer­den, eine sol­che Wal­let anzu­bie­ten. Deutsch­land plant die Umset­zung für Anfang 2027.

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Bereits seit Janu­ar 2026 gibt es für Orga­ni­sa­tio­nen eine Test­um­ge­bung (Sand­box), wie das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Digi­ta­les und Staats­mo­der­ni­sie­rung (BMDS) und die Bun­des­agen­tur für Sprung­in­no­va­tio­nen (SPRIND) bekannt gaben. Die Erpro­bung in der soge­nann­ten Sand­box ist Teil eines ite­ra­ti­ven Ent­wick­lungs­pro­zes­ses für die staat­li­che EUDI-Wal­let. Zu Beginn steht die digi­ta­le Iden­ti­fi­ka­ti­on auf Basis von Personenidentifizierungs­daten (Per­son Iden­ti­fi­ca­ti­on Data, PID, Anm. d. Red.) zur Ver­fü­gung, die die Grund­la­ge einer ver­trau­ens­wür­di­gen digi­ta­len Iden­ti­tät bil­den. Im Anschluss wer­den Orga­ni­sa­tio­nen ihre Anwen­dungs­fäl­le für elek­tro­ni­sche Nach­wei­se (Elec­tro­nic Atte­sta­ti­ons of Attri­bu­tes, EAA, Anm. d. Red.) tes­ten kön­nen. Die Ergeb­nis­se die­ser Test­rei­hen flie­ßen in die Wei­ter­ent­wick­lung der jewei­li­gen Anwen­dungs­fäl­le sowie in die tech­ni­sche Aus­ge­stal­tung der staat­li­chen EUDI-Wal­let ein. Wei­te­re Funk­tio­nen fol­gen im Anschluss. „Mit der EUDI-Wal­let macht Deutsch­land einen gro­ßen Sprung in die digi­ta­le Zukunft. Die digi­ta­le Brief­ta­sche ermög­licht es allen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, wich­ti­ge per­sön­li­che Doku­men­te sicher und jeder­zeit griff­be­reit auf dem eige­nen Smart­phone zu haben. Unse­re Sand­box ist ein wich­ti­ger Mei­len­stein in der Ent­wick­lung der Wal­let. Damit legen wir den Grund­stein für eine siche­re, daten­schutz­kon­for­me Nut­zung in Ver­wal­tung, Wirt­schaft und Gesell­schaft“, erklär­te Bun­des­mi­nis­ter Dr. Kars­ten Wildberger.

Auch für Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen birgt die EUDI-Wal­let gro­ße Poten­zia­le: Sie kön­nen damit Identi­täten und Nach­wei­se ihrer Kun­din­nen und Kun­den effi­zi­ent, kos­ten­güns­tig und rechts­si­cher prü­fen. Das redu­ziert Betrug, ver­mei­det Medi­en­brü­che und sorgt für ein rei­bungs­lo­ses Nutzererlebnis.

Bevöl­ke­rung braucht Nachhilfe

Trotz ihrer zahl­rei­chen Vor­tei­le ist die EUDI-Wal­let in Deutsch­land kaum bekannt. Das ergab eine Umfra­ge im Auf­trag des Digi­tal­ver­ban­des Bit­kom unter 1.004 Per­so­nen ab 16 Jah­ren in Deutsch­land. 52 Pro­zent der Befrag­ten sagen, sie haben von dem euro­päi­schen Pro­jekt noch nie etwas gehört, wei­te­re 18 Pro­zent ken­nen den Begriff, wis­sen aber nicht, wor­um es dabei geht. Ein Fünf­tel gibt an, zu wis­sen, was die EUDI-Wal­let ist, und wei­te­re 5  Pro­zent kön­nen sie nach eige­nem Dafür­hal­ten gut erklä­ren. „Die EUDI-Wal­let ist eine der bedeu­tends­ten Inno­va­tio­nen die­ser Jah­re – eine siche­re digi­ta­le Iden­ti­tät für alle Euro­päe­rin­nen und Euro­pä­er“, sagt Bit­kom-Prä­si­dent Dr. Ralf Win­ter­gerst und for­dert: „Die EUDI-Wal­let soll­te zum Stan­dard wer­den und dafür brau­chen wir jetzt eine brei­te Aufklärungskampagne.“

Mehr als 100 Unter­neh­men haben sich einem gemein­samen „Memo­ran­dum of Under­stan­ding“ des Bundes­ministeriums für Digi­ta­les und Staats­mo­der­ni­sie­rung und des Bit­kom ange­schlos­sen. Sie wol­len rasch Anwen­dun­gen auf Basis der EUDI-Wal­let anbie­ten und die Ent­wick­lung gemein­sam vorantreiben.

 

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