Heute lässt Wilkin andere an ihren Erfahrungen teilhaben, vernetzt Betroffene weltweit und leistet Aufklärungsarbeit. Auch auf der OTWorld 2026 wirkt sie innerhalb mehrerer Veranstaltungen im Weltkongress mit. Eine zentrale Botschaft: Prothetik entfaltet ihr Potenzial nur, wenn sie Teil des eigenen Körpers wird – und Betroffene von Anfang an in Entwicklungsprozesse einbezogen werden.
Orthopädietechniker André Wohlatz ist bis heute ein wichtiger Wegbegleiter für Wilkin. „Schon bei unserem ersten Treffen fühlte ich mich menschlich und fachlich sehr gut aufgehoben und verstanden“, erzählt sie. Als Fachbereichsleiter Armprothetik des Münsteraner Betriebs Orthopädie-Technik Münsterland weiß Wohlatz um die besonderen Herausforderungen des Versorgungsbereichs: „Arme und Hände gehören zum Gesichtsfeld. Diese Amputationen sind immer zu sehen und prägen das Erscheinungsbild eines Menschen. Umso wichtiger ist es, hier Einfühlungsvermögen zu haben“, betont er. Und das weiß Wilkin sehr zu schätzen: „Er hat nichts abgelehnt, sondern war immer bereit, alle Optionen auszuprobieren. Wir konnten gemeinsam lernen – diese Erfahrung wünsche ich auch anderen“, so Wilkin. Auch wenn sie die für sich passende Versorgung gefunden hat, bleibt sie neugierig und offen für Innovationen. Sie testet weiterhin neue Prothesensysteme – nicht zuletzt, um praxisnahe Erkenntnisse für ihre Forschungs- und Aufklärungsarbeit zu gewinnen. Zudem vertiefte sie ihr Wissen auch wissenschaftlich: Auf ihr Designstudium folgte ein Maschinenbaustudium mit Schwerpunkt Prothetik; derzeit promoviert sie an der Medizinischen Universität Wien mit Fokus auf die Prothetik der oberen Extremitäten.

Betroffene brauchen Austausch
Das Versorgungssystem stellte Wilkin während ihres Rehabilitationsprozesses immer wieder vor Herausforderungen. Was ihr besonders fehlte: unabhängige Vernetzung und niedrigschwelliger Austausch mit anderen Betroffenen. „Über den medizinischen Aspekt hinaus ist oft nicht klar, was eine Amputation tatsächlich bedeutet, welche Herausforderungen und Fragen zur Versorgung sich ergeben. Dabei ist der Weg in eine neue Normalität anstrengend, langwierig, selten geradlinig und oft mit Rückschlägen verbunden. Dafür braucht man viel Kraft und Unterstützung“, berichtet sie. Aus diesem Grund ließ sich Wilkin zur „Amputee Peer“ ausbilden und gründete 2021 die Arm Prosthesis Community, die sich mittlerweile zu einem internationalen Netzwerk entwickelt hat. Zudem engagiert sie sich innerhalb der International Society for Prosthetics and Orthotics (ISPO) und ist regelmäßig auf Kongressen, Fachgipfeln und internationalen Tagungen vertreten. Auf der diesjährigen OTWorld spricht Lara Wilkin über individualisierte Armprothesenversorgung – von funktionellem Training über myoelektrische Systeme bis hin zu Akzeptanz, Embodiment und interkulturellen Erfahrungen. Dabei ist es ihr wichtig zu betonen: „Technische Leistungsfähigkeit allein reicht nicht aus. Erst wenn eine Prothese als Teil des eigenen Körpers und Selbstbildes akzeptiert werden kann, entfaltet sie ihr eigentliches Potenzial. Dafür sollten Nutzerinnen und Nutzer deutlich stärker in Entwicklungsprozesse einbezogen werden. Denn technische Innovation entsteht dort, wo reale Herausforderungen verstanden, kritisch hinterfragt und offen diskutiert werden. Konstruktive Rückmeldungen sind dabei ein zentraler Motor für Weiterentwicklung.“
Erhältlich sind OTWorld-Komplett-Tickets, die den Zugang zum Weltkongress und zur internationalen Fachmesse beinhalten. Bis zum 31. März gilt hierfür ein Early-Bird-Tarif mit einer Ersparnis von bis zu 80 Euro. Ermäßigte Tagestickets sind zudem für Schüler, Studenten und Auszubildende erhältlich – das OTWorld-Komplett-Ticket kostet 89 Euro, das Messeticket 21 Euro (jeweils gegen Vorlage eines gültigen Nachweises).
Für Fachbesucher, die die internationale Fachmesse inklusive aller Workshops im Kongress nutzen wollen, bietet sich das Messe-Gruppenticket ab vier Personen für 29 Euro pro Person an. Separate Zweitagestickets stehen außerdem für Teilnehmer der Jugend-Akademie Technische Orthopädie (JA.TO) zur Verfügung. Bis zum 31. März gilt ein Early-Bird-Tarif mit einer Ersparnis von 10 Euro.
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