Pass­ge­naue Versorgung

Nach der Amputation ­seines linken Beins ­hatte Wolfgang Hager einen Wunsch: zügig wieder ­mobil zu werden. Und weil der 81-Jährige stets ­motiviert in der Reha ­arbeitet, konnte das Team vom Sanitätshaus Seeger ihm eine Versorgung mit Potenzial bauen. Im Fokus dabei: das neue Kniegelenk „Avior“ aus dem Hause Blatchford.

„Das Bes­te für den Pati­en­ten“ – dar­auf kön­nen sich alle Ortho­pä­die­tech­ni­ke­rin­nen und Ortho­pä­die­tech­ni­ker ver­stän­di­gen. Doch: Was ist das Bes­te? Muss es immer eine außer­ge­wöhn­li­che und beson­ders umfang­reiche Ver­sor­gung sein? Oder muss die­se viel­mehr zur Lebens­wei­se und zum All­tag des Pati­en­ten pas­sen? Für Micha­el Koeh­ler vom Sani­täts­haus See­ger ist die Fra­ge ein­fach zu beant­wor­ten: Die Bedürf­nis­se des Pati­en­ten ste­hen an ers­ter Stelle.

Des­halb hat er sich im Fall des 81-jäh­ri­gen Wolf­gang Hager für das Knie­ge­lenk Avi­or aus dem Hau­se Blatch­ford ent­schie­den. War­um kam es zu die­ser Ent­schei­dung? Dem Pati­en­ten wur­de infol­ge einer peri­phe­ren arte­ri­el­len Ver­schluss­krank­heit (pAVK) im Sep­tem­ber 2025 das lin­ke Bein ober­halb des Knies amputiert.

Bereits früh äußer­te er den Wunsch, die ent­stan­de­ne Behin­de­rung durch eine Pro­the­se aus­zu­glei­chen. Des­halb kam das Sani­täts­haus See­ger in Per­son von Micha­el Koeh­ler und spä­ter auch San­dy Kühn zum Ein­satz, die die pro­the­ti­sche Ver­sor­gung umset­zen soll­ten. Nach­dem der Kosten­voranschlag von der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung des Pati­en­ten grü­nes Licht erhal­ten hat­te und sich die Wund­hei­lung eben­falls ent­spre­chend gestal­te­te, konn­te Ende Novem­ber mit der kon­kre­ten Ver­sor­gung gestar­tet werden.

Analog trifft digital: Die Maßnahme erfolgt per Hand, die Daten werden dann in die digitale Patientenakte übertragen. Foto: BIV-OT/Cordes
Ana­log trifft digi­tal: Die Maß­nah­me erfolgt per Hand, die Daten wer­den dann in die digi­ta­le Pati­en­ten­ak­te über­tra­gen. Foto: BIV-OT/­Cor­des

 

Mit dem Scanner wird der Stumpf noch einmal nachgemessen, um weitere Daten zu erheben. Foto: BIV-OT/Cordes
Mit dem Scan­ner wird der Stumpf noch ein­mal nach­ge­mes­sen, um wei­te­re Daten zu erhe­ben. Foto: BIV-OT/­Cor­des

 

Mit dem Programm „Freeform“ konstruiert Michael Koehler ­digital den Schaft. Foto: BIV-OT/Cordes
Mit dem Pro­gramm „Free­form“ kon­stru­iert Micha­el Koeh­ler ­digi­tal den Schaft. Foto: BIV-OT/­Cor­des

Klas­si­scher Weg – neu­es Produkt

Die bei­den Ortho­pä­die­tech­ni­ker ent­schie­den sich zunächst ein­mal für einen rela­tiv klas­si­schen Weg der Ver­sor­gung. Der Stumpf von Wolf­gang Hager wur­de von Hand ange­zeich­net und ver­mes­sen; die Wer­te wur­den digi­tal erfasst.

Im zwei­ten Schritt wur­de der Cali­bry-Scan­ner ein­ge­setzt und der Stumpf noch ein­mal ein­ge­scannt. Aus den gemes­se­nen Wer­ten wur­de anhand eines Mas­ter-­Mo­dells die Form des Schaf­tes errech­net. Die gescann­ten Infor­ma­tio­nen wur­den sozu­sa­gen „über“ das errech­ne­te Modell gelegt, um eine noch indi­vi­du­el­le­re Ver­sor­gung für den Pati­en­ten zu ermög­li­chen. Sobald alle digi­ta­len Daten zusam­men­ge­führt waren, ging der Auf­trag in die Zen­tra­le Fer­ti­gung von See­ger, wo ein sie­ben­ach­si­ger Fräs­ro­bo­ter das Schaft­mo­dell fer­tig­te. Anhand des Modells wur­de der Schaft her­ge­stellt und mit einem mecha­ni­schen Knie­ge­lenk für die Inte­rims­ver­sor­gung auf­ge­baut. Durch die außer­or­dent­lich gute Ver­fas­sung des Pati­en­ten, da die­ser zwei bis drei rund fünf­stün­di­ge Reha­maß­nah­men pro Woche in der Augus­te-Vik­to­ria-Kli­ni­kum in Ber­lin absol­vier­te, war den Tech­ni­kern rela­tiv schnell klar, dass in die­sem Fall ein mikro­pro­zes­sor­ge­steu­er­tes Knie durch­aus eine Alter­na­ti­ve dar­stel­len könnte.

Koeh­ler ent­schied sich für das Avi­or-Gelenk, weil es – und das ist in größ­ter Wert­schät­zung gemeint  – eine soli­de Wahl ist. „Der Pati­ent hat auf­grund sei­ner Lebenssitua­tion und sei­nes Alters einen Mobi­li­täts­grad von 2 Plus“, schätzt Koeh­ler die Bedürf­nis­se ein und erklärt wei­ter: „Wir woll­ten eine gute Lösung, mit der der Pati­ent noch ein biss­chen Luft nach oben hat, aber auch eine, die zu ihm passt.“ Mit den drei Basis­kon­fi­gu­ra­tio­nen Lock-Lock, Lock-Free und Yield-Free bie­tet das Avi­or genau den gewünsch­ten Spiel­raum und eben nicht mehr.

Fräsroboter „Victor“ erstellt nach den Vorgaben der Techniker das Modell für die Schaftherstellung. Foto: BIV-OT/Cordes
Fräs­ro­bo­ter „Vic­tor“ erstellt nach den Vor­ga­ben der Tech­ni­ker das Modell für die Schaf­ther­stel­lung. Foto: BIV-OT/­Cor­des

 

Der Aufbau der Prothese muss stimmen. Daher schauen ­Sandy Kühn (l.) und Michael Koehler genau hin. Foto: BIV-OT/Cordes
Der Auf­bau der Pro­the­se muss stim­men. Daher schau­en ­San­dy Kühn (l.) und Micha­el Koeh­ler genau hin. Foto: BIV-OT/­Cor­des

 

Schritt für Schritt nimmt die Prothese ihre Form an. Foto: BIV-OT/Cordes
Schritt für Schritt nimmt die Pro­the­se ihre Form an. Foto: BIV-OT/­Cor­des

 

Poly­zen­tri­sches Kniedesign
Ein maxi­ma­ler Ein­stell­win­kel von 90  Grad beim Knie kann in verschie­denen All­tags­si­tua­tio­nen für unan­ge­neh­me Situa­tio­nen für den Pati­en­ten sor­gen. Bei­spiels­wei­se, wenn er sich auf ein Sitz­mö­bel set­zen möch­te, das tie­fer ist. Nor­ma­ler­wei­se bleibt nur die Mög­lich­keit, sich im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes „fal­len“ zu las­sen. Um hier Abhil­fe zu schaf­fen, lässt sich das Avi­or bis auf 130 Grad beu­gen und unter­stützt bis 105 Grad. So ermög­licht es einer­seits ein bes­se­res Hin­set­zen und ande­rer­seits wird der Pati­ent auch bereits beim Auf­ste­hen unter­stützt. Wie wird das erreicht? Mit­hil­fe des poly­zen­tri­schen Knie­de­signs. Das bedeu­tet, dass sich das Gelenk sowohl rotie­rend als auch glei­tend bewe­gen kann. Damit ist es dem natür­li­chen mensch­li­chen Knie nach­emp­fun­den und dreht sich nicht um einen ein­zi­gen fes­ten Punkt. Wenn das Knie gebeugt wird, dann bewegt sich das Chas­sis nach hin­ten, äqui­valent zum Ober­schen­kel­kno­chen, der sich zum Schien­bein in einem mensch­li­chen Knie­ge­lenk bewegt. Dadurch wird zusätz­lich der Schaft nach hin­ten gedrückt, was von den Trä­gern als „ange­nehm“ emp­fun­den wird und auch eine gewis­se Sicher­heit beim Tra­gen der Pro­the­se ver­mit­telt. Wei­te­re Informationen

 

Selbst tes­ten und überzeugen
Um sich einen ers­ten Ein­druck von der Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Avi­or-Knie­ge­lenks zu machen, ist, wie bei vie­len wei­te­ren Pro­duk­ten von Blatch­ford auch, ein Pra­xis­test mög­lich. So kön­nen sich Tech­ni­ker und Pati­ent davon über­zeu­gen, ob das Pro­dukt zu ihnen passt oder nicht. Etwa­ige The­ra­pie­er­fol­ge las­sen sich so auch für den Kos­ten­trä­ger dokumentieren. 

 

App ist Kontrollzentrum

Ein­stell­bar ist das Gelenk über die Blatch­ford-App. Die­se gibt es in drei­fa­cher Aus­füh­rung geben – je eine für den Tech­ni­ker, eine für den Pati­en­ten und eine für den behan­deln­den Phy­sio­the­ra­peu­ten. Auch wenn letzt­ge­nann­te noch nicht in der Anwen­dung ist, son­dern gera­de vor der Markt­ein­füh­rung steht, ver­spricht sich Koeh­ler gera­de von ihr einen Bene­fit: „Die Phy­sio­the­ra­peu­ten kön­nen selbst die Funk­tio­nen am Gelenk tem­po­rär ein­stel­len und so den Pati­en­ten in dem The­ra­pie­um­feld neue Mög­lich­kei­ten eröff­nen. Für den Tech­ni­ker bedeu­tet das vor allem Zeit­er­spar­nis, weil man nicht für jedes Gelenk selbst die­se Koni­fi­gu­ra­ti­on vor­nehmen muss.“ OTM Wolf Schnei­der vom tech­ni­schen Ver­trieb Blatch­ford ergänzt: „Phy­sio­the­ra­peu­ten kön­nen nur zeit­lich begrenz­te Ver­än­de­run­gen vor­neh­men und die­se dann den Tech­ni­kern vor­schla­gen. Dort ist die Exper­ti­se für die Fein­ab­stim­mung, und nur der Tech­ni­ker kann dau­er­haft die Ein­stel­lun­gen ändern.“

Mit dem mechanischen Kniegelenk macht Wolfgang Hager ­seine ersten Schritte. Foto: BIV-OT/Cordes
Mit dem mecha­ni­schen Knie­ge­lenk macht Wolf­gang Hager ­sei­ne ers­ten Schrit­te. Foto: BIV-OT/­Cor­des

 

Das neue Gelenk mit der Interimsversorgung: Das höhere Gewicht wird vom Patienten wahrgenommen, beeinträchtigt ihn aber nicht. Foto: BIV-OT/Cordes
Das neue Gelenk mit der Inte­rims­ver­sor­gung: Das höhe­re Gewicht wird vom Pati­en­ten wahr­ge­nom­men, beein­träch­tigt ihn aber nicht. Foto: BIV-OT/­Cor­des

 

Bei dem ersten Anlegen der Definitivversorgung unterstützt Orthopädietechniker Michael Koehler den Patienten. Foto: BIV-OT/Cordes
Bei dem ers­ten Anle­gen der Defi­ni­tiv­ver­sor­gung unter­stützt Ortho­pä­die­tech­ni­ker Micha­el Koeh­ler den Pati­en­ten. Foto: BIV-OT/­Cor­des

Ähn­lich sieht es im Bereich der Pati­en­ten-App aus. Sie zeigt den Bat­te­rie­sta­tus, den Modus und Akti­vi­täts­in­for­ma­tio­nen an und ermög­licht es den Pati­en­ten, Akti­vi­täts­er­in­ne­run­gen von ihrem behan­deln­den Tech­ni­ker und Phy­sio­the­ra­peu­ten zu erhal­ten. Hier kön­nen nur tem­po­rä­re Anpas­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den, um gege­be­nen­falls auf situa­ti­ve Her­aus­for­de­run­gen zu reagie­ren. Dem Tech­ni­ker steht dage­gen die kom­plet­te Funk­ti­ons­fä­hig­keit der App zur Ver­fü­gung: Fein­ab­stim­mun­gen des Gelenks, Gang­ana­ly­se und das Ver­bin­den der erho­be­nen Daten mit Video­auf­nah­men, zur Doku­men­ta­ti­on des Fort­schritts. Die Ein­rich­tung des Gelenks nimmt laut Koeh­ler per App unge­fähr zehn Minu­ten in Anspruch. Danach kann der Pati­ent sei­ne ers­ten Kali­brie­rungs­schrit­te machen.

„Ich per­sön­lich fin­de zudem die Mög­lich­keit gut, per ‚Over-the-air‘ ein Update zu machen. Das bedeu­tet, dass der Ortho­pä­die­tech­ni­ker OTA-Updates instal­lie­ren kann, wenn der Pati­ent sein Mobil­te­le­fon mit dem Knie ver­bin­det, ohne dass der Pati­ent ins Sani­täts­haus kom­men muss“, so Koeh­ler. Das The­ma Daten­schutz wird dabei natür­lich nicht aus­ge­spart. Nur der Ver­sor­ger bringt Seri­en­num­mer mit Pati­en­ten­na­men zusam­men. Auf allen ande­ren digi­ta­len Kanä­len wird dage­gen sehr daten­spar­sam gearbeitet.

Ein Knie­ge­lenk plus Schaft allein ergibt noch kei­ne pro­the­ti­sche Ver­sor­gung. Dazu braucht es noch einen Pro­the­sen­fuß. In der ers­ten Inte­rims­ver­sor­gung wur­de pas­send zum Knie­ge­lenk auch ein Fuß eines islän­di­schen Her­stel­lers benutzt. Doch mit dem Wech­sel zum mikro­pro­zes­sor­ge­stüt­zen Knie­ge­lenk ent­schied sich das Duo Koehler/Kühn für einen Fuß von Blatch­ford, Modell Ava­lon. „Wir fan­den, dass die Eigen­schaf­ten des Fußes, kom­bi­niert mit dem Knie, das bes­te Gesamt­pa­ket für die­sen Pati­en­ten lie­fert. Wir haben die­se Kombina­tion auch bei einem ande­ren Pati­en­ten erfolg­reich getes­tet und umge­setzt. Des­we­gen wuss­ten wir aus unse­rer Erfah­rung her­aus, dass das Bein schön durch­schwin­gen wür­de“, so Koeh­ler. Auch der Boden­kon­takt spielt natür­lich bei der Aus­wahl des Fußes eine Rol­le. Durch die Mög­lich­kei­ten des hydrau­li­schen Knöchel­gelenksfußes wird zusätz­lich zu Kiel und Pro­fil die Dor­salfle­xi­on von 6 Grad ermög­licht und die Unter­stützungsfläche so näher an den Kör­per­schwer­punkt gelegt. „Das ist eine soli­de Wahl, die im Aus­nah­me­fall dem Pati­en­ten auch kurz mal erlaubt, bar­fuß das Gelenk zu nut­zen, ohne direkt nach hin­ten zu kippen.“

Königsdisziplin Treppensteigen: Unter Aufsicht von Physio­therapeut Martin Stöhr wird fleißig trainiert. Foto: BIV-OT/Cordes
Königs­dis­zi­plin Trep­pen­stei­gen: Unter Auf­sicht von Physio­therapeut Mar­tin Stöhr wird flei­ßig trai­niert. Foto: BIV-OT/­Cor­des

 

„Darf es ein bisschen mehr sein?“ OTM Wolf Schneider von Blatchford (Mitte) erweitert die Funktionen des Gelenks. Foto: BIV-OT/Cordes
„Darf es ein biss­chen mehr sein?“ OTM Wolf Schnei­der von Blatch­ford (Mit­te) erwei­tert die Funk­tio­nen des Gelenks. Foto: BIV-OT/­Cor­des

Pro­the­sen­auf­bau: Vor­ga­ben beachten

Natür­lich sei es am Ende beson­ders wich­tig, die Auf­bau­richt­li­ni­en des Her­stel­lers zu beach­ten, andern­falls gäbe es Pro­ble­me beim Ein­satz des Knie­ge­lenks. Beim Ava­lon-Fuß ist beim Aus­mes­sen des Auf­baus zu beach­ten, dass ein Kunst­stoff­keil unter den Fuß gelegt wird, um eine Ver­fäl­schung der Mes­sung zu ver­hin­dern. Zur Über­prüfung der Inte­rims­ver­sor­gung nut­zen die Tech­ni­ker von See­ger das Mess­ge­rät 3D L.A.S.A.R. Pos­tu­re. Dabei neh­men Kame­ras den auf der Mess­plat­te ste­hen­den Pati­en­ten live auf und über­tragen das Bild auf ein Tablet. Auf des­sen Anzei­ge wer­den die gemes­se­nen Hori­zon­tal- und Ver­ti­kal­kräf­te in Form von Lini­en mil­li­me­ter­ge­nau über dem Pati­en­ten­bild dargestellt.

Mit die­sen gan­zen Infor­ma­tio­nen geht es an die ­Defi­ni­tiv­ver­sor­gung. Im edlen Look passt die Pro­the­se per­fekt auf den Stumpf des Pati­en­ten. Schon auf den ers­ten Schrit­ten ver­mit­telt die­ser einen sehr siche­ren Ein­druck. Immer wie­der nimmt er die Hän­de von den Bar­ren und pro­biert bereits, selbst­stän­dig ohne Geh­hilfen zu gehen. Auch beim Trep­pen­stei­gen und dem Berg­ab­ge­hen funk­tio­niert die Abstim­mung bereits. So gut, dass Tech­ni­ker Wolf Schnei­der den Funktions­umfang erwei­tert und gera­de beim Trep­pen­ab­stieg Wolf­gang Hager neue Mög­lich­kei­ten eröff­net. Und der Pati­ent selbst? Der ant­wor­tet auf die Fra­ge, ob er mit der neu­en Ver­sor­gung zufrie­den sei: „Ja!“. Sei­ne Reha­bi­li­ta­ti­on wird Hager auch wei­ter in dem Leis­tungs­zen­trum für Ortho­­pä­die-Tech­nik von See­ger fort­füh­ren, das Team aus Ortho­pädietechnikern und Phy­sio­the­ra­peu­ten vor Ort sorgt für ein opti­ma­les Umfeld, um sein Ziel zu er­reichen: wie­der mobil zu sein.

Hei­ko Cordes

Gang­ana­ly­se ist bereits inklusive
Wie jedes mikro­pro­zes­sor­ge­steu­er­te Knie­ge­lenk auf dem Markt hat auch das Avi­or Sen­so­ren ver­baut. Um genau zu sein, sind es 15 Stück, die ver­schie­de­ne Wir­kun­gen auf das Gelenk mes­sen. Ein ein­zig­ar­ti­ges Fea­ture ist, dass aus den aus­ge­le­se­nen Daten der Sen­so­ren eine Gang­ana­ly­se erstellt wer­den kann und in der Blatch­ford-Appli­ka­ti­on des Tech­ni­kers sicht­bar wird. So kön­nen die Tech­ni­ker mit dem Gait Visua­li­zer wich­ti­ge Daten­sät­ze in Echt­zeit abru­fen. Die­ses Fea­ture kann auch Phy­sio­the­ra­peu­ten bei deren Arbeit mit dem Pati­en­ten unter­stüt­zen, indem sie in der „Smartstep“-App die ent­spre­chen­den Ein­stel­lun­gen vornehmen.

 

Drei Grund­kon­fi­gu­ra­tio­nen
Die drei Grund­funk­tio­nen des Avi­or sind Lock-Lock, Lock-Free und Yield-Free.Innerhalb die­ser Konfi­gu­rationen kön­nen Funk­tio­nen an indi­vi­du­el­le Bedürf­nis­se ange­passt wer­den, dazu gehö­ren ers­tens die Stand­pha­sen­fle­xi­on zur Unter­stützung der Dämp­fung; zwei­tens die Schwung­pha­sen­kon­trol­le, die die Schwung­ge­schwin­dig­keit für gleich­mä­ßi­ge, vol­le Stre­ckung steu­ert – dabei sind zwei Ge­schwindigkeiten mög­lich; drit­tens gibt es einen intui­ti­ven Stand­mo­dus, der zusätz­li­che Sta­bi­li­tät beim Ste­hen bie­tet sowie einen dyna­mi­schen Schrä­gen- und Trep­pen­ab­stieg. Außer­dem kann man das kon­trol­lier­te Hin­set­zen und Auf­ste­hen ein­stel­len und damit das Gleich­ge­wicht wäh­rend der Über­gänge verbessern. 

 

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