Otto­bock inves­tiert in Blue Arbor Technologies

Ottobock investiert fünf Millionen US-Dollar in Blue Arbor Technologies, deren neuromuskuläre Implantat-Technologie eine intuitivere und natürlichere Steuerung von Armprothesen ermöglichen soll.

Die Otto­bock SE & Co. KGaA betei­ligt sich mit fünf Mil­lio­nen US-Dol­lar an der Blue Arbor Tech­no­lo­gies, Incor­po­ra­ted, einem Spin-off der Uni­ver­si­ty of Michi­gan. Das Unter­neh­men hat eine neu­ro­mus­ku­lä­re Implan­tat-Tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt, die es Betrof­fe­nen ermög­li­chen soll, ihre Arm­pro­the­se intui­ti­ver zu steu­ern. Durch die Betei­li­gung gehört Otto­bock zu den Haupt­ge­sell­schaf­tern und über­nimmt einen Sitz im Board of Directors.

„Mit die­ser stra­te­gi­schen Inves­ti­ti­on trei­ben wir unse­re Tech­no­lo­gie­füh­rer­schaft kon­se­quent vor­an“, betont Otto­bock-CEO Oli­ver Jako­bi. „Die Wei­ter­ent­wick­lung der Mensch-Maschi­ne-Schnitt­stel­le ist ent­schei­dend, um die Pro­the­sen­steue­rung zu ver­bes­sern, Bewe­gungs­mus­ter noch natür­li­cher zu machen und Nut­ze­rin­nen und Nut­zern mehr intui­ti­ve Bewe­gungs­frei­heit zu ermöglichen.“

Das von Blue Arbor Tech­no­lo­gies ent­wi­ckel­te „RESTORE“-System basiert auf Elek­tro­den, die direkt in die mit Ner­ven ver­bun­de­nen Mus­keln implan­tiert wer­den. Eine Sen­so­rik-Ein­heit erfasst und ver­ar­bei­tet die natür­li­chen elek­tri­schen Signa­le des Kör­pers und über­trägt sie draht­los an einen Emp­fän­ger im Pro­the­sen­schaft. Die­ser „über­setzt“ die Infor­ma­tio­nen in Bewe­gungs­be­feh­le für die Pro­the­sen­hand. Auf die­se Wei­se sol­len Betrof­fe­ne Fin­ger, Hand­ge­lenk und Ell­bo­gen unab­hän­gig und gleich­zei­tig steu­ern können.

Die ers­te kli­ni­sche Anwen­dung erfolg­te im Dezem­ber 2025 an der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien. Weni­ge Tage nach der Implan­ta­ti­on konn­te der Pati­ent das Sys­tem in Kom­bi­na­ti­on mit einer Pro­the­se nut­zen. „Was die­se Tech­no­lo­gie bemer­kens­wert macht, ist, wie schnell Pati­en­ten ihre Absicht in Bewe­gung über­set­zen kön­nen“, sagt Prof. Dr. Oskar Aszmann, Direk­tor des Chris­ti­an-Dopp­ler-Labors für die Wie­der­her­stel­lung der Extre­mi­tä­ten­funk­tio­nen an der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien. „Wir sehen eine Kon­trol­le, die natür­li­cher und reak­ti­ons­fä­hi­ger wirkt als alles, was der­zeit ver­füg­bar ist, und was tief­grei­fen­de Aus­wir­kun­gen auf die Unab­hän­gig­keit und Lebens­qua­li­tät der Pati­en­ten hat.“

 

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