130 Teilnehmer kamen Anfang März im Atlantic Hotel in Münster zusammen, um sich über Phlebologie, Angiologie und Lymphologie auszutauschen. Dies geschah im Rahmen des 5. Münsteraner Gefäß-Symposium unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Tobias Görge. Für Görge war es ein Heimspiel, da er als stellvertretender Klinikdirektor und Leiter Venen Kompetenz-Zentrum/Wundambulanz im Universitätsklinikum Münster tätig ist.
In vier große Themenbereiche hatte das Organisationsteam die Programmpunkte zusammengefasst. Im ersten Teil hieß es: „Phlebologie meets Angiologie & Hämostaseologie“. Dort wurde von den Referenten, wie unter anderem Prof. Birgit Kahle, die Interdisziplinarität der Phlebologie betont. Der zweite Themenblock widmete sich konservativen und chirurgischen Therapieansätzen und trug folgerichtig den Titel „Kompression, Chirurgie und Intervention“. Dr. Ngoc Quan Phan gab einen Überblick über aktuelle Möglichkeiten der Narbentherapie und verglich Kompressionstherapie, ablative Laserabtragung und Microneedling. Das Fazit der Expertin: Eine allgemeingültige Therapieform gebe es nicht – vielmehr müsse das Vorgehen individuell angepasst und Therapiemethoden häufig kombiniert werden.
Ein äußerst facettenreicher Programmteil unter dem Namen „Seltenes, Detektiv und Zukunft“ widmete sich seltenen Krankheitsbildern. Prof. Stefan W. Schneider, Dr. Lara Maria Prien und Dr. Svetlana Frank präsentierten komplexe Fallbeispiele, bei denen eine tiefgehende Diagnostik entscheidend für eine korrekte Differentialdiagnose war. Schneider wies darauf hin, dass die Diagnosefindung in solchen Fällen oft schwierig sein kann und man zur Behandlung jener Krankheitsbilder einen multimodalen Therapieansatz benötige. „Zukunftsperspektiven in der Versorgung des Ulcus cruris venosum“ stellte Thomas Fleischhauer vor. Sein Projekt „Ulcus Cruris Care“ zielt darauf ab, Ärztinnen, Ärzte und Betroffene für den Stellenwert der Kompressionstherapie zu sensibilisieren. Dabei können auch medizinisch adaptive Kompressionssysteme (MAKs) eingesetzt werden, die in allen Therapiephasen Anwendung finden und eine individuelle Druckanpassung ermöglichen.
Der letzte Themenblock des Tages widmete sich dem Fachbereich der Lymphologie und umfasste Themen von Bildgebungsverfahren bis zur Bewertung von aktuellen G‑BA-Beschlüssen. Das nächste Münsteraner Gefäßsymposium soll am 6. März 2027 stattfinden.
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