Inter­dis­zi­pli­nä­re Leuchttürme

Noch interdisziplinärer, interprofessioneller, internationaler vernetzt und digitaler. Die OTWorld vom 12. bis 15. Mai 2020 wird gezeigt, wohin sich die Hilfsmittelversorgung entwickelt.

Die neue Dop­pel­spit­ze des Welt­kon­gres­ses geht dabei mit gutem Bei­spiel vor­an: Die Kon­gressprä­si­den­ten Prof. Dr. med. Chris­toph Jos­ten, geschäfts­füh­ren­der Direk­tor der Kli­nik für Ortho­pä­die, Unfall­chir­ur­gie und Plas­ti­sche Chir­ur­gie am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Leip­zig, und Diplom-Ortho­pä­die­tech­ni­ker-Meis­ter Micha­el Schä­fer, Geschäfts­füh­rer der Poh­lig GmbH und Vor­stand des Bun­des­in­nungs­ver­bands für Ortho­pä­die-Tech­nik (BIV-OT), haben unter ande­rem die inter­na­tio­na­len Stan­dards bei der Ver­sor­gung von Kin­dern im Blick und beleuch­ten den Nut­zen der Digi­ta­li- sie­rung. „Wir wer­den inter­dis­zi­pli­nä­re Leucht­tür­me welt­weit vor­stel­len. Dies sind gut funk­tio­nie­ren­de Ver­sor­gungs­netz­wer­ke, bei denen Medi­zi­ner, The­ra­peu­ten und Tech­ni­ker in einem Boot sit­zen, gemein­sam ent­schei­den und bei der Ver­sor­gung koope­rie­ren“, kün­digt Schä­fer an.

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„Wir ermög­li­chen einen Blick hin­ter die Kulis­sen und wol­len damit zei­gen, was den Erfolg die­ser Leucht­tür­me aus­macht.“ Zur Pre­mie­re die­ses For­mats rei­sen zum Bei­spiel die Spe­zia­lis­ten einer Arm­pro­the­tik­grup­pe aus den USA an. Außer­dem wer­den laut Schä­fer zum ers­ten Leucht­turm-Sym­po­si­um ein Klump­fuß­team aus Nord­afri­ka und ein Sko­lio­se­team aus Euro­pa erwar­tet. Kin­der­or­tho­pä­die: Nichts aus­las­sen! Die Kin­der­ver­sor­gung rückt 2020 beson­ders in den Fokus des OTWorld-Kon­gres­ses. „So beto­nen wir zum Bei­spiel die medi­zi­ni­schen Beson­der­hei­ten der The­ra­pie bei Kin­dern, befas­sen uns unter ande­rem mit der Orthe­sen­tech­nik und Spas­ti­ken“, erklärt Prof. Josten.

„Im Bereich Kin­der­or­tho­pä­die wer­den wir nichts aus­las­sen!“ Die Teil­neh­mer erhiel­ten einen umfas­sen­den Über­blick, was in der Kin­der­or­tho­pä­die und Kin­der­un­fall­chir­ur­gie bzw. Kin­der­trau­ma­to­lo­gie der­zeit mög­lich sei: „Wir zei­gen die aktu­el­len Dis­kus­sio­nen auf, stel­len den ‚Sta­te of the art‘ mit einer inter­na­tio­na­len Per­spek­ti­ve dar.“ Inten­siv wer­de die pro­the­ti­sche Ver­sor­gung des wach­sen­den Kin­des behan­delt. „Eine gro­ße Rol­le im Pro­gramm spie­len eben­falls die orthe­ti­sche Ver­sor­gung bei Behin­de­run­gen sowie die Behand­lungs­mög­lich­kei­ten des wach­sen­den Ske­letts bzw. von Wachs­tums­fehl­ver­hal­ten, Stich­wort Sko­lio­se“, unter­streicht Prof. Jos­ten einen wei­te­ren wich­ti­gen Punkt. Digi­ta­li­sie­rung „beackern“ Die Digi­ta­li­sie­rung von Pro­zes­sen und Arbeits­wei­sen lässt die OT-Bran­che auch 2020 nicht los. In 30 Sym­po­si­en im Kon­gress­pro­gramm der OTWorld sowie vier Key­notes wer­de digi­ta­les Know-how ein­flie­ßen, ver­spricht Schäfer.

Drei Schwer­punkt­sym­po­si­en wer­den die Digi­ta­li­sie­rung „inten­siv beackern“, eben­so freie Vor­trä­ge. Dabei geht es „vor allem dar­um zu veri­fi zie­ren, wel­che digi­ta­len Metho­den für unser Fach sinn­voll sind – und vor allem den erhoff­ten Nut­zen für unse­ren Arbeits­all­tag und unse­re Kun­den brin- gen“, betont er. „Sicher­lich wird die stei­gen­de Zahl tech­no­lo­gi­scher und Han­dels-Platt­for­men zur Spra­che kom­men, die unse­ren Betrie­ben die Werk­zeu­ge für digi­ta­le Fer­ti­gung auf Abruf zur Ver­fü­gung stel­len. Nicht zuletzt müs­sen wir uns auch mit der Bewäl­ti­gung zuneh­mend grö­ßer wer­den­der Daten­men­gen aus Geset­zen, Ver­trä­gen, E‑Health, digi­ta­len Gesund­heits­kar­ten und ‑akten in unse­rer Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on befas­sen. Hier ist lei­der noch viel zu wenig auf digi­ta­len Medi­en ver­füg­bar. Von mehr Daten­fl uss zwi­schen den Dis­zi­pli­nen pro­fi tiert auch die Ortho­pä­die-Tech­nik. Trans­pa­renz, Qua­li­tät und Geschwin­dig­keit der Ver­sor­gung wer­den dadurch erhöht.“ Die OTWorld wird nach Ansicht von Prof. Jos­ten erneut die kon­ser­va­ti­ve Ortho­pä­die stärken.

„Der Sinn des Kon­gres­ses besteht ja auch dar­in, aus ärzt­li­cher Sicht zu zei­gen, wie weit die Mög­lich­kei­ten der Ortho­pä­die-Tech­nik rei­chen und dass die Ope­ra­ti­on häu­fig eben nicht die ein­zi­ge The­ra­pie­al­ter­na­ti­ve dar­stellt“, erklärt der Kon­gress-Prä­si­dent. „Damit hat die Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung eine gro­ße ge- sund­heits­öko­no­mi­sche Dimen­si­on. Des­halb will ich noch mehr Ärz­te sowie Ver­tre­ter der Arbeits­ge­mein­schaft der wis­sen­schaft­li­chen medi­zi­ni­schen Fach­ge­sell­schaf­ten für den Kon­gress gewin­nen. Denn die Ortho­pä­die-Tech­ni­ker sind für uns Ärz­te wich­ti­ge Part­ner – dies betrifft im Übri­gen auch die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung nach vie­len Ope- ratio­nen.“ Um dies bereits ange­hen­den Medi­zi­nern früh­zei­tig zu ver­deut­li­chen, soll es im Rah­men der Jugend­aka­de­mie TO einen Tag der Stu­die­ren­den mit dem Titel „Medi­zin im Zeit­al­ter 4.0“ geben, der sich spe­zi­ell auf die Endo­pro­the­tik, also Hüft- und Knie­ge­lenk­er­satz, bezieht.

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