So wurde eine praxisnahe und gematikkonforme Vorlage für die elektronische Verordnung von Hilfsmitteln entwickelt und an die nationale Gesundheitsagentur Gematik übergeben. Grundlage für diese Blaupause waren umfangreiche Verordnungs-Tests mit anonymisierten Realversorgungen über einen Zeitraum von zehn Monaten. „Damit liegt der Gematik erstmals ein umfassendes, in der Praxis getestetes Konzept vor, das sowohl die regulären Versorgungsabläufe als auch komplexe Sonderfälle berücksichtigt“, erklärt Thomas Münch, Vorstandsmitglied des BIV-OT und verantwortlich für das Pilotprojekt eVerordnung.
Insgesamt fünf Softwarelösungen aus dem Kreis der Pilotprojekt-Partner standen zur Verfügung, um reale Verordnungen mit anonymisierten Daten aus sechs Produktgruppen des Hilfsmittelverzeichnisses des GKV-Spitzenverbandes testweise zu verarbeiten. Bei den Versorgungen ging die Bandbreite von Bandagen bis hin zu komplexen Orthesen- und Prothesenversorgungen. Die Ergebnisse aus den geprüften eVerordnungen, so der BIV-OT in einer Pressemeldung, bestätigten die Praxistauglichkeit der entwickelten Prozesse.
Feldtest bringt Erkenntnisse
Welche konkreten Mehrwerte bietet das Fachdienst-Konzept des Pilotprojekts für elektronische Verordnungen für Hilfsmittel? Dieser Frage wurde im Feldtest nachgegangen. Leistungserbringer prüften den eVerordnungsabruf und nachgelagerte Prozessschritte. Die Abläufe reichten vom Einlesen der elektronischen Hilfsmittelverordnung bis zum fertigen Auftrag in der Branchensoftware. Insgesamt standen rund 16.000 anonymisierte eVerordnungen zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigten laut BIV-OT bereits nach kurzer Zeit ein deutliches Muster: Das Konzept der elektronischen Verordnung des Pilotprojektes senke den bürokratischen Aufwand und schaffe spürbare Zeitvorteile.
„Die Tests realer Verordnungsfälle mit den Softwarelösungen unserer Projektpartner haben gezeigt, wie hoch der potenzielle Nutzen für die Betriebe ist“, so Münch.
Entwicklung weiterer Abläufe bis 2027
Das eVO-Pilotprojekt wird 2026 und 2027 zusätzliche Prozessschritte im Abrechnungswesen entwickeln und testen. Ziel ist eine vollständige Vorbereitung der Hilfsmittelbranche auf die Anbindung an die Telematikinfrastruktur bis zum 1. Oktober 2027. „Wir haben 2025 wichtige Grundlagen geschaffen. Jetzt geht es darum, weitere Abläufe zu entwickeln und erneut unter realen Bedingungen zu prüfen. Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag für einen reibungslosen elektronischen Verordnungsprozess für die gesamte Branche“, erläutert Thomas Münch.
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