eVer­ord­nung: Mei­len­stein erreicht

Die eVerordnung für orthopädische Hilfsmittel ist nach der Verschiebung durch den Gesetzgeber auf 2027 zwar noch Zukunftsmusik, das entsprechende Pilotprojekt unter der Leitung des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT) hat in den vergangenen Monaten allerdings entscheidende Fortschritte erzielt.

So wur­de eine pra­xis­na­he und gema­tik­kon­for­me Vor­la­ge für die elek­tro­ni­sche Ver­ord­nung von Hilfs­mit­teln ent­wi­ckelt und an die natio­na­le Gesund­heits­agen­tur Gema­tik über­ge­ben. Grund­la­ge für die­se Blau­pau­se waren umfang­rei­che Ver­ord­nungs-Tests mit anony­mi­sier­ten Real­ver­sor­gun­gen über einen Zeit­raum von zehn Mona­ten.  „Damit liegt der Gema­tik erst­mals ein umfas­sen­des, in der Pra­xis getes­te­tes Kon­zept vor, das sowohl die regu­lä­ren Ver­sor­gungs­ab­läu­fe als auch kom­ple­xe Son­der­fäl­le berück­sich­tigt“, erklärt Tho­mas Münch, Vor­stands­mit­glied des BIV-OT und ver­ant­wort­lich für das Pilot­pro­jekt eVerordnung.

Ins­ge­samt fünf Soft­ware­lö­sun­gen aus dem Kreis der Pilot­pro­jekt-Part­ner stan­den zur Ver­fü­gung, um rea­le Ver­ord­nun­gen mit anony­mi­sier­ten Daten aus sechs Pro­dukt­grup­pen des Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis­ses des GKV-Spit­zen­ver­ban­des test­wei­se zu ver­ar­bei­ten. Bei den Ver­sor­gun­gen ging die Band­brei­te von Ban­da­gen bis hin zu kom­ple­xen Orthe­sen- und Pro­the­sen­ver­sor­gun­gen. Die Ergeb­nis­se aus den geprüf­ten eVer­ord­nun­gen, so der BIV-OT in einer Pres­se­mel­dung, bestä­tig­ten die Pra­xis­taug­lich­keit der ent­wi­ckel­ten Prozesse.

Feld­test bringt Erkenntnisse

Wel­che kon­kre­ten Mehr­wer­te bie­tet das Fach­dienst-Kon­zept des Pilot­pro­jekts für elek­tro­ni­sche Ver­ord­nun­gen für Hilfs­mit­tel? Die­ser Fra­ge wur­de im Feld­test nach­ge­gan­gen. Leis­tungs­er­brin­ger prüf­ten den eVer­ord­nungs­a­bruf und nach­ge­la­ger­te Pro­zess­schrit­te. Die Abläu­fe reich­ten vom Ein­le­sen der elek­tro­ni­schen Hilfs­mit­tel­ver­ord­nung bis zum fer­ti­gen Auf­trag in der Bran­chen­soft­ware. Ins­ge­samt stan­den rund 16.000 anony­mi­sier­te eVer­ord­nun­gen zur Ver­fü­gung. Die Ergeb­nis­se zeig­ten laut BIV-OT bereits nach kur­zer Zeit ein deut­li­ches Mus­ter: Das Kon­zept der elek­tro­ni­schen Ver­ord­nung des Pilot­pro­jek­tes sen­ke den büro­kra­ti­schen Auf­wand und schaf­fe spür­ba­re Zeitvorteile.

„Die Tests rea­ler Ver­ord­nungs­fäl­le mit den Soft­ware­lö­sun­gen unse­rer Pro­jekt­part­ner haben gezeigt, wie hoch der poten­zi­el­le Nut­zen für die Betrie­be ist“, so Münch.

Ent­wick­lung wei­te­rer Abläu­fe bis 2027

Das eVO-Pilot­pro­jekt wird 2026 und 2027 zusätz­li­che Pro­zess­schrit­te im Abrech­nungs­we­sen ent­wi­ckeln und tes­ten. Ziel ist eine voll­stän­di­ge Vor­be­rei­tung der Hilfs­mit­tel­bran­che auf die Anbin­dung an die Tele­ma­tik­in­fra­struk­tur bis zum 1. Okto­ber 2027. „Wir haben 2025 wich­ti­ge Grund­la­gen geschaf­fen. Jetzt geht es dar­um, wei­te­re Abläu­fe zu ent­wi­ckeln und erneut unter rea­len Bedin­gun­gen zu prü­fen. Damit leis­ten wir einen ent­schei­den­den Bei­trag für einen rei­bungs­lo­sen elek­tro­ni­schen Ver­ord­nungs­pro­zess für die gesam­te Bran­che“, erläu­tert Tho­mas Münch.

 

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