Spectaris fordert Neubewertung von Fluorpolymeren

Unter der Abkürzung PFAS werden per- und polyfluorierte Chemikalien zusammengefasst, die auch unter dem Namen „Ewigkeitschemikalien“ bekannt sind. Sie zeichnen sich durch wasser‑, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften sowie eine hohe Beständigkeit aus und kommen unter anderem in Medizinprodukten zum Einsatz. Insgesamt umfasst diese Stoffgruppe nach letzten Schätzungen des deutschen Bundesumweltministeriums mehr als 10.000 verschiedene Stoffe. Aufgrund ihrer umweltschädlichen Eigenschaften soll der Einsatz von PFAS in der Europäischen Union eingeschränkt oder teilweise vollständig verboten werden.
Mit Blick auf die Ergebnisse einer neuen wissenschaftlichen Veröffentlichung der Toxikologin und PFAS-Expertin Dr. Barbara J. Henry fordert der Industrieverband Spectaris deshalb eine eigenständige wissenschaftliche Bewertung von Fluorpolymeren und deren Ausnahme als eigene Stoffuntergruppe von einer pauschalen PFAS-Beschränkung. „Fluorpolymere sind für zahlreiche Anwendungen in Medizin, Forschung und Industrie von zentraler Bedeutung. Eine pauschale PFAS-Beschränkung darf Stoffe mit nachweislich unterschiedlichem Risikoprofil nicht gleichsetzen. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass zentrale Annahmen zu Entsorgung und Emissionen überprüft werden müssen“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer von Spectaris. „Letztlich definieren Stoffeigenschaften und Emissionen das Risiko. Wenn also Fluorpolymere kein unannehmbares Risiko darstellen, dürfen sie nicht beschränkt werden. Auch ein Substitutionsgebot entfällt nach dieser Logik.“
Die in der wissenschaftlichen Arbeit ausgewerteten Studien der vergangenen 20 Jahre zeigen, dass moderne, EU-konforme Verbrennungsanlagen Fluorpolymere unter kontrollierten Bedingungen nahezu vollständig abbauen können. Maßgeblich sind insbesondere Temperatur, Sauerstoffgehalt, Verweilzeit und kontrollierte Luftführung.
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