Mehr Digitalisierung für das Gesundheitswesen

Digitalisierung: Manche können dieses Schlagwort gar nicht oft genug hören, andere möchten sich am liebsten die Ohren zuhalten. Doch egal, zu welchem Lager man gehört, die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens geht Stück für Stück immer weiter. Mitte Juli hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) beschlossen. Ziel des Gesetzes ist es, die Möglichkeiten der Digitalisierung für Versicherte und Leistungserbringer stärker in die Versorgung zu bringen sowie die Möglichkeiten zur Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung, Innovation und Versorgung weiter zu verbessern.
Nina Warken, zu diesem Zeitpunkt noch Gesundheitsministerin, sagte anlässlich des Beschlusses: „Die Zukunft unseres Gesundheitswesens ist digital und vernetzt. Die Nutzung digitaler Anwendungen soll sowohl für Leistungserbringer als auch für Versicherte zu einer Selbstverständlichkeit werden. Grundvoraussetzung dafür sind stabile Systeme und eine elektronische Patientenakte, die auch für Personen ohne Krankheitsgeschichte attraktiv ist. Mit dem Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen schaffen wir die dafür notwendige Grundlage.“ Der Gesetzentwurf greift vereinbarte Ziele aus dem Koalitionsvertrag zwischen der Union und der SPD sowie der weiterentwickelten Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege „Gemeinsam Digital 2026“ auf. Zu den zentralen Schwerpunkten zählen unter anderem eine einfach zu nutzende elektronische Patientenakte (ePA) mit konkreten Mehrwerten für Leistungserbringer und Versicherte. Die ePA soll beispielsweise um verschiedene Anwendungen ergänzt werden, z. B. Volltextsuche (ab Anfang 2027), die digitale Impfübersicht mit Erinnerung an bevorstehende Schutzimpfungen (Mitte 2027) oder Informationen zu individuell geeigneten klinischen Studien.
Musik in den Ohren der Leistungserbringer dürfte der Vorschlag sein, die Kommunikation zwischen Leistungserbringern untereinander und mit den Kostenträgern konsequent zu digitalisieren. Zum Einsatz sollen anstelle von Fax und Papier zukünftig die sicheren E‑Mail- und Messengerdienste KIM und TIM kommen. Auch kann auf Wunsch des Versicherten die digitale Kommunikation zwischen Versicherten und Arzt über einen sicheren Messenger wie etwa TIM ermöglicht werden.
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