GOTS-Kongress: Bewegung fördern – aber nicht bis ans Limit

Rund 15 Prozent der Kinder- und Jugendlichen in Deutschland gelten als übergewichtig, was nicht nur Folgen für die spätere Adoleszenz hat, sondern unmittelbar die Gefahr u. a. von Typ-2-Diabetes steigen lässt. Anlass genug für den 41. Jahreskongress der Sportärztevereinigung GOTS in Osnabrück das Motto „Move“ in den Vordergrund zu stellen. Die beiden Kongresspräsidenten Prof. Christoph Lutter und Prof. Matthias W. Hoppe warben bereits im Vorfeld der Veranstaltung für die Förderung präventiver Maßnahmen gegen Übergewicht: „Der Kinder- und Jugendsport bietet die einzigartige Möglichkeit, von klein auf Freude an der Bewegung zu wecken. (…) In Kombination mit funktionellen diagnostischen Ansätzen können wir die Bewegungskapazitäten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verbessern und alle dazu ermutigen, aktiv zu bleiben.“
„Deutschland wieder fit machen“
GOTS-Vorstand Prof. Martin Engelhardt nutze seinen Festvortrag im Rahmen der Kongresseröffnung ebenso dazu, um für die Kampagne „Deutschland wieder fit machen“ zu werben. Ziel sei es, die Lebenszufriedenheit zu steigern, die physische und psychische Gesundheit zu verbessern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu festigen. Dafür bedürfe es z. B. eines Ausbaus qualifizierten Sportunterrichts, der Einführung eines Schulfachs „Gesundheit“ und einer verbesserten Infrastruktur von Sportstätten bis zu Radwegen. Für sein Engagement erhielt Engelhardt reichlich Zuspruch.
Das Fachprogramm in Osnabrück wechselte inhaltlich zwischen Versorgungen von Profisportlern und Hobbyathleten hin und her. Liegt der Fokus bei den Profis etwa auf der Verbesserung von „Return-to-sport“-Konzepten, ist der Breitensport primär auf eine Erhaltung der individuellen Gesundheit ausgerichtet. Gerade bei Kindern und Jugendlichen dürfe nicht primär der Leistungsaspekt im Vordergrund stehen, wie GOTS-Vorstand Prof. Romain Seil ausführte: „Gesundheitsschutz ist Pflicht im Nachwuchssport“.
Handwerk nur ein Randthema
Die Einbeziehung orthopädischer Hilfsmittel im sportlichen Umfeld als präventive Maßnahme, bzw. bei der Rehabilitation nach einer Verletzung, etwa bei der Bevorzugung einer konservativen Behandlung gegenüber einem operativen Einsatz war zwar im Verlauf des Kongresses immer mal wieder Thema, ohne aber einen spürbar zentralen Stellenwert eingeräumt zu bekommen. Sichtbare Akzente setzten diesbezüglich primär die Aussteller der begleitenden Messe bzw. das Workshop-Programm. Man darf gespannt sein, ob sich dies im nächsten Jahr, wenn der 42. GOTS-Kongress in Freiburg stattfindet, etwas anders darstellt. Die fachliche Leitung um die thematische Gestaltung wird Prof. Anja Hirschmüller übernehmen. Es liegt dann aber auch an den Vertreterinnen und Vertretern des Handwerks, den interprofessionellen Austausch zu stärken, indem sie sich anlässlich des anstehenden „Call for abstracts“ um einen Platz im Fachprogramm bewerben.
Michael Blatt
Im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung hat die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) den Orthopäden und Unfallchirurgen Dr. Casper Grim zum neuen Präsidenten gewählt. Der Chefarzt für Orthopädie und Sportmedizin am Klinikum Osnabrück engagiert sich u. a. im Triathlon und Ringen als Verbandsarzt und gehört in dieser Funktion auch zum medizinischen Team der deutschen Olympia-Delegation. Casper Grim folgt in seinem Amt als GOTS-Präsident auf Prof. Thomas Tischer, der seit 2022 an der Spitze der Sportärztevereinigung gestanden hatte.
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