Heinrich Heß wurde am 23. März 1932 in Dudweiler/Saar geboren. Nach den Kriegsjahren begann er nach dem Abitur 1952 sein Medizinstudium an der Saar-Universität in Homburg 1953. Nach zweisemestrigem Studienaufenthalt in Wien und Staatsexamen 1958 promovierte er 1959. Die chirurgische Grundausbildung erfolgte ab 1958 in kleineren regionalen Krankenhäusern, ehe er 1961 bei Prof. H. Groh im Zentrum für Sportverletzte in Saarbrücken-Burbach die Orthopädie-Ausbildung begann. Er wechselte 1964 in die Neurochirurgie der Univ. des Saarlandes unter Prof. F. Loew.
Seine Begeisterung für den Sport (als Student im Boxen aktiv, später in Tennis und Skifahren) stand stets im Vordergrund. 1968 nahm er das Angebot zum Abschluss der Facharzt-Ausbildung in der benachbarten Orthopädischen Univ.-Klinik unter Prof. Heinz Mittelmeier an, der sein operatives und organisatorisches Talent erkannte. Dieser wurde für ihn Vorbild, Förderer und lebenslanger Freund. Heinrich Heß eröffnete an dieser Klinik 1970 eine Sport-Ambulanz mit großem Zulauf. Er engagierte sich besonders für die enge Betreuung der Sportler – auch am Spielfeldrand. Mit seiner Habilitation 1972 wurde er leitender Oberarzt. Ab 1975 baute er als Chefarzt die Orthopädie an der St. Elisabeth-Klinik Saarlouis auf. Er begann mit 12 Betten und übergab diese als renommierte Klinik 1997 mit 120 Betten.
Mit der sportärztlichen Betreuung begann er bereits in den 1960er-Jahren beim 1. FC Saarbrücken (damals erstklassig), 1969 übernahm er die B‑Nationalmannschaft, 1972 die Olympiamannschaft in München und ab 1974 die Fußballnationalmannschaft, mit der er bis 1990 zwei Welt- und zwei Europameisterschaften erringen konnte. Heinrich Heß engagierte sich auch für die Trainerausbildung und war Mitglied in den sportmedizinischen Kommissionen des DFB, der UEFA und der FIFA.
Für die Firma Bauerfeind entwickelte er das erfolgreichste Produkt, die Genutrain-Bandage. Bis zu seinem Tod war er aktiv im wissenschaftlichen Beirat und im Aufsichtsrat der Firma Bauerfeind.
Acht Jahre leitete er als Gründungspräsident von 1986–1994 mit seiner fachlichen Autorität und menschlichen Qualitäten die GOTS. Heinrich Heß hat die GOTS stets unterstützt – als Ratgeber und Vermittler im Hintergrund sowie bei wissenschaftlichen Veranstaltungen.
Viele Kolleginnen und Kollegen haben den stolzen Saarländer und Familienmenschen mit seinen fachlichen und menschlichen Qualitäten geschätzt. Sein Anstand und Rückgrat haben ihm zusätzlichen Respekt verschafft.
Prof. Dr. Martin Engelhardt und Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier
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