120 Jah­re Sani­täts­haus Appel­rath Kem­per: Fünf Genera­tio­nen – eine Leidenschaft

„Helfen ist unser Handwerk“, so lautet das Motto des ­Sanitätshauses Appelrath Kemper, das 1899 von Heinrich ­Appelrath gegründet wurde.

„Men­schen zu hel­fen, ist mir wich­tig“, erklärt sein Uren­kel Mar­tin Kem­per im Gespräch mit der OT-Redak­ti­on. „Ich lebe ins­be­son­de­re für die Kin­der mit sko­lio­ti­schen Fehl­hal­tun­gen.“ Das The­ma Sko­lio­se wur­de dem Ortho­pä­die-Tech­nik-Meis­ter und Betriebs­wirt, der seit 1989 gemein­sam mit sei­ner Schwes­ter, der Ban­da­gis­tin und Ein­zel­han­dels­kauf­frau Andrea Kem­per-Gawel, das Sani­täts­haus führt, in die Wie­ge gelegt.

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Früh­stücks­gast und Lehr­meis­ter: Dr. Jac­ques Chêneau

Schließ­lich saß nicht sel­ten am Früh­stücks­tisch Jac­ques ­Chê­ne­au, der Erfin­der des gleich­na­mi­gen Kor­setts für Sko­lio­se-Pati­en­ten. Der fran­zö­si­sche Arzt war ein enger Freund von Mar­tins Vater Heinz-Gün­ther Kem­per. Auch die­ser war Ortho­pä­die-Tech­nik-Meis­ter und lei­te­te gemein­sam mit sei­ner Frau Mari­an­ne von 1966 bis 1988 die Geschi­cke der Fir­ma.­ Jac­ques Chê­ne­au und Heinz-Gün­ther Kem­per schrie­ben zusam­men das ers­te Buch in deut­scher Spra­che über das Chê­ne­au-Kor­sett, nach­dem die Orthe­se 1978 von dem Arzt auf dem Markt ein­ge­führt wor­den war. Chê­ne­au gehör­te zu Mar­tin Kem­pers Lehr­meis­tern. Von ihm und sei­nem Vater, zu des­sen Schwer­punk­ten die Sko­lio­se­ver­sor­gung zähl­te, ließ er sich für das The­ma begeistern.

Doch die Ver­sor­gung von Sko­lio­se-Pati­en­ten ist nicht der ein­zi­ge Schwer­punkt der Fir­ma. Par­al­lel bie­tet das Unter­neh­men mit sei­nen 36 Mit­ar­bei­tern die gan­ze Band­brei­te eines klas­si­schen Sani­täts­hau­ses an. Hier­zu gehö­ren Ödem­be­hand­lun­gen mit Kom­pres­si­ons­strümp­fen, Bera­tung und Ver­sor­gung rund um die The­men Brust­pro­the­tik sowie Sto­ma- und Inkon­ti­nenz, die Her­stel­lung und Anpas­sung von Ein­la­gen, Ban­da­gen, Orthe­sen und Pro­the­sen sowie ein Care-Team für die Home­ca­re-Ver­sor­gung von Men­schen in ihrem häus­li­chen Umfeld.

Gesund­heit im Fokus des Jubiläums

Die­se Band­brei­te spie­gel­te sich auch Ende Mai wider: Vom 20. bis zum 24. Mai beging das Sani­täts­haus sein Jubi­lä­um mit einer Gesund­heits­wo­che mit Aktio­nen, Vor­trä­gen und Infor­ma­tio­nen zu den The­men Osteo­po­ro­se und Ernäh­rung, Fuß­ge­sund­heit, Sto­ma­ver­sor­gung und Brust­ge­sund­heit sowie ihrer Teil­nah­me an der bun­des­wei­ten Akti­on „Men­schen bewe­gen“ der Leis­tungs­ge­mein­schaft Sani­täts­haus Aktuell.

Nach dem Jubi­lä­um ist vor dem Jubiläum

Im Sani­täts­haus Appel­rath Kem­per steht bereits die fünf­te Fami­li­en­ge­nera­ti­on in den Start­lö­chern: Mar­tin Kem­pers Sohn Lukas hat gera­de sei­ne Aus­bil­dung zum Ortho­pä­die-Tech­ni­ker absol­viert. Als nächs­ten Schritt plant er die Teil­nah­me an einem Meis­ter­lehr­gang an der Bundesfachschule­ für Ortho­pä­die-Tech­nik (BUFA) und setzt damit die Tra­di­ti­on sei­nes Vaters und Groß­va­ters fort, die bei­de eben­falls an der BUFA ihre Meis­ter­prü­fung abge­legt hatten.

Patent und meis­ter­lich: Die Frau­en im Hause

In der Fami­lie Appel­rath Kem­per enga­gier­ten sich auch die Frau­en des Hau­ses stark für die Bran­che. Mar­tin Kem­pers Groß­mutter, Katha­ri­na Kem­per, gebo­re­ne Appel­rath, gilt als die ers­te Frau Deutsch­lands mit einem Meis­ter­ti­tel in der Ban­da­gis­tik. Im Jahr 1900 gebo­ren, leg­te sie in den 20er-Jah­ren ihre Meis­ter­prü­fung ab und führ­te die Geschäf­te des Hau­ses gemein­sam mit ihrem Bru­der Peter in den Jah­ren 1935 bis 1966. Bereits Katha­ri­nas Mut­ter und Mar­tins Urgroß­mutter Anna betei­lig­te sich aktiv an der Fir­ma. Im Jahr 1912 erhielt sie eine Patent-Urkun­de für ihre Korsett-Leibbinde.

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