BIV-OT Früh­lings­fest

Am Abend des 10. März 2020 richtete der BIV-OT ein Frühlingsfest aus, um anlässlich der Neuwahlen einen Blick zurück und in die Zukunft der Branche zu werfen. Der frisch gewählte BIV-OT-Präsident Alf Reuter begrüßte in der Berliner „Bar jeder Vernunft“ knapp 200 geladene Gäste; neben den Delegierten des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik waren Vertreter der Politik, aus der Industrie, der medizinischen Fachgesellschaften und der Krankenkassen geladen.

Nach der Begrü­ßung durch Alf Reu­ter tra­ten Andre­as Brand­horst (Refe­rats­lei­ter im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit), Prof. Dr. Wolf­ram Mit­tel­mei­er (Vor­sit­zen­der der DGIHV), Rai­ner Berthan (Vor­stands­vor­sit­zen­der der Bau­er­feind AG), Ger­not Kie­fer (stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des GKV-Spit­zen­ver­ban­des), Mar­tin Buhl- Wag­ner (Geschäfts­füh­rer der Leip­zi­ger Mes­se) sowie Dr. Roy Küh­ne (Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter) ans Pult und sorg­ten mit kur­zen Bei­trä­gen zur Zukunft der Bran­che für einen inter­es­san­ten Abend. Die Reden waren amü­sant gespickt mit per­sön­li­chen Anek­do­ten und Erin­ne­run­gen an die lang­jäh­ri­ge Zusam­men­ar­beit mit dem BIV-OT und sei­nem schei­den­den Prä­si­den­ten Klaus-Jür­gen Lotz und sicher­ten eine aus­ge­las­se­ne Stim­mung unter den Gäs­ten. Das letz­te Wort hat­te Lotz, der noch am sel­ben Tag von den Dele­gier­ten zum Ehren­prä­si­den­ten des BIV-OT ernannt wur­de. Er rief dazu auf, dass — unab­hän­gig von den eige­nen wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen — auch in Zukunft der Pati­ent im Mit­tel­punkt der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung ste­hen müs­se. „Das Leuch­ten in den Augen eines Pati­en­ten, der zum ers­ten Mal wie­der lau­fen kann, ist mit kei­nem Geld der Welt auf­zu­wie­gen“, gab Lotz sicht­lich berührt zu beden­ken. Das Früh­lings­fest ste­he stell­ver­tre­tend für den not­wen­di­gen engen Schul­ter­schluss aller an der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung betei­lig­ten Disziplinen.

Kirs­ten Abel

Dr. Roy Küh­ne, MdB und Mit­glied des Gesund­heits­aus­schuss: „Klaus, du hast es in dei­nem Leben alles rich­tig gemacht. Ich kann mich an alte Zei­ten erin­nern, wo ich mei­nen Kol­le­gen im deut­schen Bun­des­tag tat­säch­lich noch den Unter­schied zwi­schen Heil- und Hilfs­mit­teln erklä­ren muss­te: ‚Ja, man spricht es zusam­men aus – Nein, es ist etwas völ­lig Ver­schie­de­nes. Und: Sei­en Sie sich gewiss: Sie brau­chen irgend­wann bei­des.‘ Die­se Zei­ten sind vor­bei. Zwei­tens: Du hast Ver­ant­wor­tung über­nom­men und – was in der Poli­tik unbe­zahl­bar ist – mit Herz­blut und mensch­li­chem Ver­stand gehan­delt. Natür­lich hast Du auch ein­ste­cken müs­sen. Aber wir alle: Wer den Kopf aus der Höh­le steckt, der wird ange­grif­fen. Aber ein­ste­cken, das müs­sen wir alle, die Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Schließ­lich geht es um Streit und der hat uns immer alle wei­ter­ge­bracht. Danke.“

Pro­fes­sor Dr. Wolf­ram Mit­tel­mei­er, Vor­sit­zen­der DGIHV: „Du, lie­ber Klaus, hast es geschafft eine Mann­schaft von sehr ver­schie­de­nen, selbst­be­wuss­ten Spie­lern, Meis­tern und Indus­tri­el­len zusam­men­zu­brin­gen; sie in eine Rich­tung zu brin­gen und auf das rich­ti­ge Ziel ein­zu­stel­len ohne über das Ziel hin­aus­zu­schie­ßen. Und Du hast es geschafft, per­so­nel­le, zukunfts­ori­en­tier­te Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Das war eine gro­ße Leis­tung. Eine gro­ße Leis­tung war es auch, recht­zei­tig zu erken­nen — man­che Poli­ti­ker soll­ten sich viel­leicht ein Bei­spiel dar­an neh­men — zu wis­sen wann es so weit ist, den Ball abzu­ge­ben. Um es mit dem Fuß­ball­spie­ler zu ver­glei­chen: Beim Sprint, bevor Dich der Rasen­mä­her über­holt – oder bevor der Sta­di­on­spre­cher dir sagen muss, dass Du im fal­schen Sta­di­on bist. Du hast dei­nen Nach­fol­ger und eine Mann­schaft her­an­ge­zo­gen, an die Du Ver­ant­wor­tung guten Gewis­sens über­ge­ben kannst. Dei­ne gro­ße Leis­tung aus medi­zi­ni­scher Sicht – und ich bin ja Medi­zi­ner: Du hast es geschafft über den Tel­ler­rand hin­aus­zu­se­hen. Ande­re Per­spek­ti­ven zuzu­las­sen. Damit haben wir es gemein­sam geschafft, auf einer nie so deut­lich dage­we­se­nen Augen­hö­he agie­ren zu kön­nen — Du hast den Fach­bei­rat und die DGIHV gegrün­det, eine Fach­ge­sell­schaft in der sich alle Pro­fes­sio­nen auf Augen­hö­he begeg­nen. Wir ver­fol­gen ein gemein­sa­mes Ziel. Vie­len Dank dafür.“

Ger­not Kie­fer, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des GKV-Spit­zen­ver­ban­des: „Qua­li­tät ist das Geheim­nis der Zukunfts­fä­hig­keit der Innungs­be­trie­be; das Hand­werk im Zeit­al­ter der Digi­ta­li­sie­rung so zu posi­tio­nie­ren, dass es die bes­te Ver­sor­gung der Bür­ger und Bür­ge­rin­nen leis­tet; Ver­sor­gung in bes­ter Tra­di­ti­on des Hand­werks mit den sinn­vol­len Ergän­zun­gen einer moder­nen digi­ta­len Welt. Das ist eine Leis­tung, die sich das Hand­werk ans Revers ste­cken kann.“ In Bezug auf sei­ne Zusam­men­ar­beit mit Lotz wähl­te Kie­fer ein Bild aus dem Hand­ball: „Der Hand­ball ist nicht beson­ders fein­füh­lig. Ich kom­me aus der Zeit, als man Hand­ball noch auf einem Groß­feld gespielt hat. Ein rau­er Sport. Aber eines ist ent­schei­dend: Man schenkt sich nichts aber hin­ter­her ist man wie­der gut mit­ein­an­der unter­wegs. Nach jedem Streit muss man die Per­son und die dahin­ter­ste­hen­de Insti­tu­ti­on wie­der wert­schät­zen, weil sie eben auch für den Erfolg des gro­ßen Gan­zen wich­tig ist und weil sie als Per­son dafür steht. In die­sem Sin­ne hat­ten wir immer die Freu­de mit­ein­an­der zu streiten.“

Andre­as Brand­horst, Refe­rats­lei­ter bei Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit: Brand­horst warf Schlag­lich­ter aus der Gesund­heits­po­li­tik und bedank­te sich für die Unter­stüt­zung des Ver­ban­des bei der Erstel­lung Heil- und Hilfs­mit­tel­ver­sor­gungs­ge­set­zes (HHVG) und dem dazu­ge­hö­ri­gen TSVG. Einen per­sön­li­chen Dank sprach er an Lotz aus. „Ich habe ihn in den ver­gan­ge­nen Jah­ren als Jeman­den erlebt, der enga­giert und streit­bar die Inter­es­sen des Gesund­heits­wer­kes ver­tre­ten hat aber dabei immer fair war und den Aus­gleich gesucht hat. Das ist nicht selbstverständlich.“

Rai­ner Berthan, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Bau­er­feind AG, erzähl­te von sei­nen ers­ten Erfah­run­gen, wie er die Bran­che der Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung ken­nen­ler­nen durf­te und den zum Teil sehr beein­dru­cken­den Gesamt­bild, das die ein­zel­nen Leis­tungs­er­brin­ger bei ihm hin­ter­lie­ßen: „Wenn man eine Bran­che so ken­nen lernt, dann merkt man: das ist nicht das Ergeb­nis nicht einer Rei­he von Zufäl­len, son­dern von Kräf­ten, die im Hin­ter­grund wir­ken, Kräf­te die eine Visi­on haben, die ein Bild von der Zukunft haben und eine ord­nen­de Hand. Vor dem Hin­ter­grund möch­te ich mich im Namen der Bau­er­feind AG für all das Bedan­ken, was sie in drei­fa­cher Abfol­ge des Amtes als Prä­si­dent geleis­tet haben. Herz­li­chen Dank.“

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